Schwarzarbeit in Ulm: Weniger Kontrollen, aber härtere Strafen als je zuvor

Tobias Lang
Tobias Lang
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Eine Schwarzweiß-Zeichnung des New Yorker Staatsgefängnisses, ein fabrikähnlicher Bau mit Rauch, der aus seinen Schornsteinen aufsteigt, umgeben von Gebäuden, Bäumen, Pflanzen, Gras und einem Zaun.Tobias Lang

Schwarzarbeit in Ulm: Weniger Kontrollen, aber härtere Strafen als je zuvor

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zollamts Ulm führte 2025 zwar weniger Kontrollen durch, ging dabei aber deutlich härter gegen Verstöße vor. Die Ermittler leiteten mehr Verwaltungs- und Strafverfahren ein, mit einem besonderen Fokus auf Betrug in der Gastronomie, im Baugewerbe und im Sicherheitssektor. Die verschärften Maßnahmen führten zu Millionenstrafen und dutzenden Haftstrafen in der gesamten Region.

Im Jahr 2025 initiierte die Behörde 1.516 Verwaltungsverfahren, die zu Bußgeldern in Höhe von 2,36 Millionen Euro führten. Die Zahl der Strafverfahren stieg auf 2.504, wodurch 971.000 Euro an Geldstrafen verhängt und 74 Jahre Haft in Summe verhängt wurden. Gerichte verhängten zudem 107.650 Euro an Strafen in 49 Fällen illegaler Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen – dabei fielen für nur wenige Tage undeklarierter Arbeit Einzelstrafen von bis zu 7.000 Euro an.

Besonders die Gastronomie stand im Visier der Ermittler: Sie gleichten gemeldete Personalstände und Materialkosten mit den tatsächlichen Lohnunterlagen ab. Diese Methode half, Lohnbetrug nachzuweisen. In einem spektakulären Fall wurde ein Führungskraft eines Sicherheitsunternehmens verurteilt, weil er Strohmänner für Scheinfirmen nutzte und Löhne als "Reisekosten" tarnte.

Auch der Bausektor blieb ein zentraler Schwerpunkt – vor allem bei Scheinsubunternehmer-Konstruktionen und gefälschten Rechnungen, die undeklarierte Arbeit verschleiern sollten. Bundesweit wurden rund 1.200 Unternehmen aus Bau und Sicherheit auf Scheinselbstständigkeit und Briefkastenfirmen überprüft, wobei die Ulmer Fälle als typische Beispiele galten. Der geschätzte Schaden für die Sozialkassen durch Schwarzarbeit belief sich 2025 auf 25,7 Millionen Euro.

Die FKS Ulm unterhält spezialisierte Betrugsbekämpfungseinheiten an vier Standorten: Ulm, Aalen, Pfullingen und Friedrichshafen. Diese Teams koordinieren regionenweit Kontrollen und Strafverfolgungsmaßnahmen.

Die Bilanz 2025 zeigt einen Wandel: Weniger, aber gezieltere Kontrollen führten zu deutlich höheren Strafen. Mit Bußgeldern von über 3 Millionen Euro und 74 Jahren Haft insgesamt setzt die Behörde ein klares Signal an Arbeitgeber, die Schwarzarbeit ausnutzen. Der geschätzte Verlust von 25,7 Millionen Euro für die Sozialversicherung unterstreicht das Ausmaß der Herausforderung, vor der die Behörden weiterhin stehen.

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