Geister der Vergangenheit: Wie Der Kirschgarten am Pogodin-Theater die Revolution vorwegnimmt
Geister der Vergangenheit: Wie Der Kirschgarten am Pogodin-Theater die Revolution vorwegnimmt
Eine revolutionäre Neuinszenierung von Der Kirschgarten feiert Premiere am N.-Pogodin-Russischen Dramatheater
Timur Karimzhanows Produktion webt Geister der Vergangenheit in die Handlung ein und schafft so eine beunruhigende Mischung aus Komödie und schleichendem Grauen. Die vertrauten Figuren des Stücks gewinnen an Tiefe, während sich die Geschichte vor einer sich wandelnden Bühnenwelt entfaltet, die bereits die Französische Revolution ahnen lässt.
Die Inszenierung beginnt in einem verfallenen Obdachlosenasyl, dessen Wände kaum noch zusammenhalten. Bis zum Finale verwandelt sich die Bühne in das Deck eines revolutionären Kreuzers – ohne direkten Bezug zum berühmten Blindschuss der Aurora 1917. Stattdessen unterstreicht das Bühnenbild das Gefühl einer Welt im Umbruch, in der die Vergangenheit nachwirkt, sich aber nicht mehr festhalten lässt.
Irina Poleshntschuks Ranjewskaja ist weder eine oberflächliche Aristokratin noch eine tragische Heldin. Sie ist eine Frau, die zwischen Trauer und Selbsttäuschung schwankt, deren Eleganz an den Rändern ausfransst. Jaroslaw Tschumaks Firs hingegen bewegt sich durch das Stück wie ein Mann, der bereits halb vergessen ist; sein Gemurmel wirkt wie eine stille Akzeptanz seines energiegeladenen Schicksals. Witali Afimiyews Lopachin vermeidet offene Schurkerei – sein Ehrgeiz erscheint unausweichlich, fast notwendig, während er die alte Ordnung ohne Bosheit demontiert.
Die Geister verstorbener Figuren durchziehen die Szenen, weder drohend noch moralisierend. Sie existieren einfach, stumme Zeugen des Lebens. Oksana Rosanowas Anja zittert vor unruhiger Energie, als spüre sie den revolutionären Wind der Zukunft, bevor er eintritt. Anatoli Kirillins Gajew trägt seine Billard-Tisch-Monologe wie Beschwörungsformeln vor, verzweifelt bemüht, den Lauf der Zeit aufzuhalten.
In dieser Inszenierung kommt das Lachen leicht, verfliegt aber schnell. Die Gegenwart spielt sich mit der tollpatschigen Energie einer Farce ab – Hämmer schlagen Nägel ein, Geschäfte werden abgeschlossen –, während die Zukunft ein flüchtiger Schatten bleibt, immer gerade außer Reichweite.
Karimzhanows Kirschgarten hinterlässt beim Publikum eine stille Unruhe. Die Geister spuken nicht, sie verweilen nur – eine Mahnung an das, was verloren ging. Die letzten Momente des Stücks zerfließen zu etwas zwischen Totenwache und Revolution, in dem die Vergangenheit bereits entschwindet.
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