Bürgergeld-Empfängerin riskiert alles für ihren Traumurlaub in die Türkei

Admin User
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Eine Sammlung verschiedener Briefmarken.

Bürgergeld-Empfängerin riskiert alles für ihren Traumurlaub in die Türkei

Beate, eine 53-jährige Frau aus Mannheim, bereitet sich auf einen All-inclusive-Urlaub in die Türkei mit Freundinnen vor. Die Reise wird sie mindestens 670 Euro kosten – mehr als ihr gesamtes monatliches Einkommen von 563 Euro aus dem Bürgergeld. Trotz finanzieller Not behauptet sie, drei Jahre lang für diesen Urlaub gespart zu haben, während sie persönliche Krisen und psychische Belastungen durchstand.

Beates Leben war von jeher von Schwierigkeiten geprägt. In einem Kinderheim aufgewachsen, erlebte sie in ihrer Jugend Gewalt und kämpfte später mit Alkoholsucht – zeitweise trank sie bis zu drei Flaschen Wein am Tag. Auf dem Tiefpunkt ihres Lebens war sie auf die Unterstützung ihrer Freundin Ela angewiesen, da sie wegen ihres Alkoholkonsums nicht mehr für ihre Kinder sorgen konnte.

Mittlerweile ist Beate trocken, nimmt aber Medikamente gegen Depressionen, die sich nach dem Entzug verschlimmerten. Sie lebt vom Bürgergeld, einer staatlichen Grundsicherung, und durchläuft derzeit ein Privatinsolvenzverfahren. Die Mutter von vier arbeitslosen Kindern bereut verpasste Chancen: Sie brach Lehrstellen ab und lehnte Jobs ab, als sie welche fand. Nach deutschen Regeln dürfen Bürgergeld-Empfänger zwar in den Urlaub fahren, müssen dies aber vorher beim Jobcenter beantragen. Sie müssen zudem für Termine oder Vorstellungsgespräche erreichbar bleiben. Ohne Genehmigung drohen ihnen Sanktionen: Sie könnten ihre Leistungen verlieren, bereits erhaltene Zahlungen zurückerstatten müssen oder sogar den gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungsschutz einbüßen.

Beates Reise in die Türkei kostet sie mehr als ihr monatliches Einkommen. Der Urlaub folgt auf Jahre des Kampfes – gegen Sucht, psychische Erkrankungen und die Abhängigkeit von staatlicher Hilfe. Ihr Fall zeigt, wie streng die Auflagen beim Bürgergeld sind: Unerlaubte Reisen können für Menschen in prekären Verhältnissen schwere Folgen haben.