27 March 2026, 02:04

ZDK warnt vor EU-Plänen: Gebrauchtwagen könnten unverkäuflich werden

Aufkleber an einem Auto, der dessen Modellnamen anzeigt.

ZDK warnt vor EU-Plänen: Gebrauchtwagen könnten unverkäuflich werden

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat scharfe Kritik an den neuen EU-Plänen für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung geübt. Die vorgeschlagenen Regelungen sehen vor, die Pflichtkennzeichnung auch auf Gebrauchtwagen auszuweiten – was für Händler erhebliche praktische Probleme mit sich bringen würde. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn warnte, dass die Änderungen riskieren, ältere Gebrauchtfahrzeuge unverkäuflich zu machen.

Der Entwurf der Europäischen Kommission zielt darauf ab, die Richtlinie 1999/94/EG zu ersetzen und so klarere Informationen zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen sicherzustellen. Doch der ZDK hält die Anwendung dieser Vorschriften auf Gebrauchtwagen für undurchführbar. Viele ältere Fahrzeuge wurden noch nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Modelle die strengeren WLTP-Messwerte (Worldwide Harmonised Light Vehicles Test Procedure) nutzen.

Händler könnten diese unterschiedlichen Standards nicht ineinander umrechnen, argumentiert der ZDK – und eine bessere Transparenz für Käufer würde dadurch ohnehin nicht erreicht. In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier fordert der Verband, die Kennzeichnungspflicht ausschließlich auf Neufahrzeuge zu beschränken. Zudem lehnt er verpflichtende Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos ab, da es an verlässlichen Daten fehle.

Peckruhn appellierte an das Bundeswirtschaftsministerium, in Brüssel realistischere Regelungen durchzusetzen. Die aktuellen Pläne könnten Händler zwingen, ältere Gebrauchtwagen gar nicht mehr anzunehmen oder zu verkaufen, warnte er. Der ZDK verlangt zudem klarere Verantwortlichkeiten für Hersteller, Online-Plattformen und Händler sowie eine einheitliche EU-weite Marktüberwachung.

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Im Mittelpunkt der Bedenken des ZDK stehen rechtliche und praktische Hürden, insbesondere bei älteren Fahrzeugen mit geänderten Spezifikationen. Ohne Nachbesserungen drohen die neuen Vorschriften, den Gebrauchtwagenmarkt empfindlich zu stören. Der Verband pocht auf einen ausgewogeneren Ansatz, der Händler nicht mit unnötigen Belastungen konfrontiert.

Quelle