03 April 2026, 01:07

Wie Täter ihre Opfer in gewalttätigen Beziehungen gefangen halten – und warum viele schweigen

Eine Buchseite zeigt einen Mann in einem Anzug und eine Frau in einem Kleid in einer physischen Auseinandersetzung, wobei der Mann ein Schwert hält und die Frau in einer Verteidigungsstellung steht, beide mit entschlossenen Ausdrücken.

Hausgewalt - Wie Täter Opfer manipulieren - Wie Täter ihre Opfer in gewalttätigen Beziehungen gefangen halten – und warum viele schweigen

Eine neue Studie der Universität Cambridge lenkt die Debatte über häusliche Gewalt in eine andere Richtung. Statt Opfer dafür verantwortlich zu machen, dass sie in der Beziehung bleiben, untersuchen Forscherinnen und Forscher nun die Strategien, mit denen Täter ihre Partnerinnen gefangen halten. Die Erkenntnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland alarmierende Zahlen zu Partnerschaftsgewalt meldet – tausende Fälle bleiben jedes Jahr ungemeldet.

Ella, eine 28-jährige Mutter, erlitt monatelang Misshandlungen durch ihren Partner Martin. Nach der Geburt ihres ersten Kindes wurde er zunehmend eifersüchtig und warf ihr vor, sie vernachlässige ihn. Die Gewalt begann mit verbalen Angriffen, steigerte sich dann zu körperlichen Übergriffen – mit blauen Flecken, die niemand bemerkte.

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Täter nutzen oft Schwächen aus, darunter Kindheitstraumata, um ihre Partnerinnen zu demütigen und zu kontrollieren. Die Studie zeigt, wie emotionale Manipulation und psychologische Unterdrückung Frauen selbst dann in der Beziehung halten, wenn sie finanziell unabhängig sind. Ein zentrales Warnsignal ist, wenn einer Frau nicht mehr erlaubt wird, ihre eigene Meinung zu äußern.

Ellas Flucht gelang, nachdem sie sich an pro familia, eine Beratungsorganisation, wandte. Heute lebt sie mit ihrem Kind in einem Frauenhaus. Expertinnen und Experten betonen, wie wichtig es für Betroffene ist, Kontakte nach außen aufrechtzuerhalten, um sich aus gewalttätigen Beziehungen zu lösen.

2024 verzeichnete Deutschland 265.942 Fälle von häuslicher Gewalt, wobei in 64,3 Prozent der Fälle der Partner oder die Partnerin der Täter war. Doch nur etwa drei Prozent der Betroffenen erstatten Anzeige. Regierungsstudien zeigen, dass jede fünfte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben körperliche Gewalt durch einen Partner erlebt hat.

Die Cambridge-Studie unterstreicht, wie dringend es ist, die Taktiken der Täter zu thematisieren – statt die Entscheidungen der Opfer infrage zu stellen. Da die meisten Fälle im Verborgenen bleiben, sind Unterstützungsangebote wie pro familia für diejenigen, die einen Ausweg suchen, unverzichtbar. Ellas Geschichte steht exemplarisch für ein Muster, das in ganz Deutschland zu beobachten ist: Psychologische Kontrolle und Isolation halten viele Opfer im Schweigen gefangen.

AKTUALISIERUNG

New Insights into Manipulation Tactics Used by Abusers

The Cambridge study has identified specific psychological tactics perpetrators use to control victims. These include:

  • Gaslighting, where abusers deny reality to make victims doubt their sanity.
  • Blame-shifting, such as claiming 'You made me react this way'.
  • Emotional blackmail, using guilt or fear to control partners. Experts warn these subtle methods can trap victims even when they are financially independent.