25 March 2026, 12:04

Warum platonische Küsse unter Freunden heute völlig normal sind

Bronzestatuette namens 'Der Kuss' von Jean-Baptiste-Camille Corot, die einen Mann in einem weißen Hemd und blauen Jeans zeigt, der eine Frau in einem orangefarbenen Kleid umarmt, mit detaillierten, lebensechten Details und einem warmen goldenen Ton gegen einen grauen Hintergrund.

Warum platonische Küsse unter Freunden heute völlig normal sind

Ein einfacher Kuss unter Freunden hat eine neue Debatte über Zuneigung in der Öffentlichkeit entfacht. In den vergangenen fünf Jahren sind nicht-romantische Küsse – einst mit hochgezogenen Augenbrauen bedacht – deutlich akzeptierter geworden. Prominente wie Scarlett Johansson, Jonathan Bailey und Cat Deeley zeigen diese Geste mittlerweile offen als Zeichen enger Freundschaft.

Die Veränderung spiegelt einen größeren Wandel wider, wie die Gesellschaft platonische Zuneigungsbekundungen wahrnimmt – von den roten Teppichen Hollywoods bis hin zu viral gehenden Momenten in den sozialen Medien.

Der Trend gewann an Fahrt, nachdem Scarlett Johansson und Jonathan Bailey sich bei der Premiere von Jurassic World: Rebirth küssten. Bailey verteidigte später den Moment mit den Worten: "Das Leben ist zu kurz, um Liebe nicht auf verschiedene Weise zu zeigen." Johannssons Ehemann, Colin Jost, wies Bedenken zurück, nannte die Reaktion übertrieben und betonte, dass er in der Geste keine Bedrohung sehe.

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Auch Cat Deeley spricht offen über ihre "Freundinnen-Küsse", darunter ein Geburtstagspost, in dem sie ihre beste Freundin Charlie Brear auf die Wange küsste. Deeley beschreibt solche Gesten als Rituale der Verbundenheit – frei von romantischer Absicht. Die Kommunikations-expertin Judi James erklärt, dass solche Zuneigungsbekundungen in Hollywood weit verbreitet seien und oft als urtümliche Methode dienten, soziale Bindungen zu stärken – ähnlich wie Primaten körperlichen Kontakt nutzen, um den Zusammenhalt in der Gruppe zu festigen.

Der Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung vollzog sich nicht über Nacht. Zwischen 2021 und 2026 gingen Momente wie die lässigen Küsse von Harry Styles und Timothée Chalamet oder die zärtlichen Gesten von K-pop-Idolen wie den Mitgliedern von BTS viral. Westliche Serien wie Euphoria und koreanische Dramen normalisierten diese Interaktionen weiter und verwandelten gelegentliche Kritik in breite Akzeptanz – ja sogar in Memes. Auch andere Stars wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna wurden dabei gefilmt, wie sie ihre besten Freunde in der Öffentlichkeit küssten, und unterstrichen so die Idee, dass es bei solchen Handlungen um Freundschaft und nicht um Romantik geht.

Forscher betonen, dass diese Küsse eher dem sozialen Bindungsverhalten als einer erotischen Annäherung entsprechen. Tiere – von Primaten bis zu Hunden – nutzen ähnliche Verhaltensweisen, um Vertrauen und Verbindung auszudrücken. Für viele steht die Geste heute für eine tiefe, platonische Bindung und nicht für etwas Sexuelles.

Was einst als selten oder umstritten galt, ist mittlerweile im Mainstream angekommen. Wenn Prominente Freunde auf roten Teppichen oder in Social-Media-Posts küssen, löst das kaum noch nennenswerten Widerspruch aus. Stattdessen wird es als natürliche Erweiterung von Zuneigung in modernen Beziehungen wahrgenommen.

Die wachsende Akzeptanz spiegelt einen umfassenderen kulturellen Wandel wider – einen, in dem körperliche Wärme zwischen Freunden gefeiert statt infrage gestellt wird.

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