04 April 2026, 06:05

Versandapotheke für seltene Erkrankungen verdoppelt Umsatz auf 245 Millionen Euro

Ein Plakat, das verschiedene Medikamente wie Flaschen, Schachteln und andere Gegenstände zeigt, die auf einem Tisch angeordnet sind, mit Text unten, der "Piperazine Midy - Antigripine Midy Provence" lautet.

Versandapotheke für seltene Erkrankungen verdoppelt Umsatz auf 245 Millionen Euro

Niederländische Versandapotheke für Seltene Erkrankungen verzeichnet 2024 Umsatzboom

Die auf seltene Krankheiten spezialisierte niederländische Versandapotheke International Specialty Pharmacy Rare & Orphan Diseases (ISP) mit Sitz in Maastricht hat im Jahr 2024 einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnet. Das Unternehmen erzielte Erträge in Höhe von 245 Millionen Euro – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. ISP gehört zur schweizerischen United Healthcare Partners (UHP)-Gruppe, die sich auf die komplexe Patientenversorgung in ganz Europa konzentriert.

ISP spielt eine zentrale Rolle bei der Versorgung mit hochpreisigen verschreibungspflichtigen Medikamenten für seltene Erkrankungen. Für 2025 wird erwartet, dass das Unternehmen Umsätze zwischen 200 und 300 Millionen Euro mit Therapien für Krankheiten wie Morbus Gaucher, Morbus Fabry, Hypophosphatasie und Hämophilie erzielt. Diese Behandlungen, darunter Enzymersatztherapien, können pro Patient und Jahr bis zu 1,5 Millionen Euro kosten – dennoch bleiben die Gewinnmargen von ISP gering.

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Die in Baar (Schweiz) ansässige UHP fungiert als Full-Service-Anbieter für seltene Erkrankungen. Die Gruppe beschäftigt 600 Fachkräfte im Gesundheitswesen, die jährlich über 5.000 Patienten betreuen. Sie verwalten rund 42.000 Infusionen und liefern etwa 100.000 Produkte aus, größtenteils Enzymersatztherapien. Zudem führt UHP jährlich etwa 15.000 Schulungen durch, um Patienten die Selbstverabreichung ihrer Medikamente zu ermöglichen.

Die häuslichen Pflegedienste des Unternehmens werden durch Abrechnungsvorschriften eingeschränkt. Nach der deutschen Heimversorgungsrichtlinie (HKP) gelten nur kurze subkutane Infusionen als verordnungsfähige Behandlungen. Anders als Konkurrenten wie Shop Apotheke und DocMorris, die den breiten Verschreibungsmarkt dominieren, veröffentlicht UHP keine finanziellen Details. Allein Shop Apotheke macht die Hälfte des für 2025 prognostizierten Umsatzes von einer Milliarde Euro aus, während DocMorris weitere 250 Millionen Euro beisteuert.

Exakte Patientenzahlen für UHPs komplexe Therapien in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen nicht vor. Der Fokus der Gruppe bleibt auf spezialisierter Versorgung, einschließlich steriler Produktion und direkter Patientenbetreuung.

Der rasante Umsatzanstieg von ISP unterstreicht die wachsende Nachfrage nach Behandlungen für seltene Erkrankungen in Europa. Mit dem Netzwerk an Gesundheitsfachkräften und Schulungsprogrammen erweitert die UHP-Gruppe kontinuierlich ihre Reichweite. Trotz schmaler Gewinnspannen und regulatorischer Hürden bleibt ihre Rolle bei der Bereitstellung hochpreisiger Therapien von entscheidender Bedeutung.

Quelle