Schwache Wirtschaft gibt Deutschland mehr Spielraum für neue Schulden bis 2030
Marie GüntherSchwache Wirtschaft gibt Deutschland mehr Spielraum für neue Schulden bis 2030
Deutschlands Wirtschaftsschwäche führt zu höheren staatlichen Kreditspielräumen
Durch die abflauende Konjunktur darf die Bundesregierung künftig mehr Schulden aufnehmen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kann in den kommenden Jahren Milliarden mehr an Krediten in Anspruch nehmen. Die Anpassung folgt auf eine deutliche Abwärtsrevision der Wachstumsprognosen durch die Behörden.
Ursprünglich hatte die Regierung für 2024 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent erwartet – nun werden nur noch 0,5 Prozent prognostiziert. Diese gedämpfte Aussicht aktiviert Schuldenregeln, die höhere Kreditaufnahmen ermöglichen. Allein in diesem Jahr darf Klingbeil daher 3,8 Milliarden Euro mehr aufnehmen als ursprünglich veranschlagt.
Bis 2027 liegt die grundsätzliche Kreditobergrenze bei 15,6 Milliarden Euro – bedingt durch die deutsche Schuldenbremse. Zudem ist der konjunkturbedingte Anpassungsbetrag von 8,5 auf 12,3 Milliarden Euro gestiegen. Zusammen führen diese Änderungen dazu, dass die zulässige Gesamtverschuldung für 2027 auf rund 27,9 Milliarden Euro steigt.
Die erweiterten Kreditspielräume beschränken sich nicht auf das nächste Jahr. Bis 2030 summiert sich der zusätzliche Finanzierungsspielraum für Klingbeil auf insgesamt 7,3 Milliarden Euro. Die korrigierten Zahlen verschaffen der Regierung in den kommenden Jahren mehr finanzpolitischen Handlungsspielraum. Die gesunkenen Wachstumserwartungen haben die Kreditgrenzen im Rahmen der bestehenden Schuldenregeln direkt ausgeweitet. Die Behörden verfügen nun über größere Möglichkeiten, Ausgaben über Kredite zu finanzieren.






