Messerangriffe in Berlin: AfD fordert Transparenz vor der Wahl – doch die Debatte spaltet die Politik
Tobias LangMesserangriffe in Berlin: AfD fordert Transparenz vor der Wahl – doch die Debatte spaltet die Politik
Messattacken in Berlin sind vor den anstehenden Wahlen zu einem zentralen politischen Thema geworden. Die Alternative für Deutschland (AfD) fordert mehr Transparenz und wirft der Regierung vor, wichtige Details zu Tatverdächtigen zu verschleiern. Unterdessen zeigen Polizeistatistiken einen Anstieg gewalttätiger Vorfälle mit Messern und Schusswaffen.
Im Jahr 2024 registrierte die Berliner Polizei 3.412 Messerangriffe – ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unklar bleibt jedoch, wie viele dieser Fälle tatsächlich zu Anklagen oder Verurteilungen führten, da die offiziellen Kriminalstatistiken nur einzelne Verfahren aufführen – etwa eine Verurteilung aus dem Jahr 2024 im Zusammenhang mit einem Angriff am Holocaust-Mahnmal, deren Urteil 2025 erwartet wird.
Die AfD hat als Reaktion ein digitales Tool namens "Messer-App" eingeführt, das polizeilich gemeldete Vorfälle der letzten 30 Tage erfasst – inklusive Verletzungen und Tatorte. Die Partei behauptet, damit dringend benötigte Transparenz zu schaffen, und verweist auf eine Lücke zwischen Polizeieinsätzen und den in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Fällen. Fraktionschefin Kristin Brinker warf der regierenden Koalition vor, Informationen zu Gewaltdelikten zurückzuhalten – insbesondere zu den Nationalitäten der Tatverdächtigen.
Berlin ist eines der wenigen Bundesländer, das in Berichten über Messerattacken die Staatsangehörigkeit der Verdächtigen nicht offenlegt. Die AfD besteht darauf, diese Daten zu veröffentlichen, und stilisiert das Thema zum Wahlkampfschwerpunkt. Die Linke hingegen verurteilte die AfD-Kampagne scharf: Sie werfe Ängste schüre und hetze gegen Migrant:innen.
Doch nicht nur Messergewalt nimmt zu: Auch waffenbezogene Straftaten stiegen 2025 um 68 Prozent an. Die Debatte um Transparenz bei Messerdelikten prägt mittlerweile die Berliner Politik. Während die AfD weiter mehr Daten fordert, warnen Kritiker davor, Kriminalstatistiken für die Stigmatisierung bestimmter Gruppen zu instrumentalisieren. Angesichts steigender Gewaltzahlen bleibt das Thema bis zur Wahl umstritten.






