Kartellverdacht erschüttert deutsche Autobauer: Daimler wird zum Kronzeugen
Marie GüntherKartellverdacht erschüttert deutsche Autobauer: Daimler wird zum Kronzeugen
Deutsche Autobauer stehen nach zweijähriger EU-Untersuchung unter Kartellverdacht
Daimler hat einen Antrag auf Kronzeugenstatus gestellt – eine Entscheidung, die in der Branche für Diskussionen sorgt. BMW übt öffentlich Kritik an Daimlers Vorgehen in dem Fall.
Seit zwei Jahren prüft die EU mögliche Absprachen unter deutschen Automobilherstellern. Im Mittelpunkt stehen Vereinbarungen zu technischen Standards und damit zusammenhängenden Fragen. Daimler-Chef Dieter Zetsche nahm bei einer Veranstaltung in Stuttgart erstmals zu den Vorwürfen Stellung.
Daimler bestätigte zwar den Antrag auf Milde, gab jedoch nicht bekannt, wann dieser eingereicht wurde. Das Unternehmen betonte, der Schritt sei kein Schuldeingeständnis, sondern Ergebnis einer internen Risikoprüfung der Geschäftsabläufe.
BMW reagierte mit der Aussetzung gemeinsamer Projekte mit Daimler. Vorstandschef Harald Krüger hatte ursprünglich an einem Gipfeltreffen teilnehmen sollen, sagte jedoch wegen Krankheit ab. Das Unternehmen zeigte sich verärgert über Daimlers Umgang mit den Ermittlungen.
Der Fall bleibt weiterhin Gegenstand der EU-Prüfung. Daimlers Kronzeugenantrag und BMWs gestoppte Kooperationen markieren eine Zäsur in der Branche. Das Ergebnis der Untersuchungen wird die nächsten Schritte für alle Beteiligten bestimmen.






