Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel
Marie GüntherHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zu ihrer neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Wechsel in der Führung des Blattes. Als erste Frau wird sie ab dem 1. Januar 2027 dem bisher rein männlich besetzten Herausgeberrat beitreten. Ihre Berufung unterstreicht zudem die fortschreitende Hinwendung der FAZ zur gemäßigteren Linken, eine Entwicklung, die Beobachter als „VerTAZung“ bezeichnen.
Bubrowski arbeitet seit 2013 für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin, später als Berlin-Korrespondentin. Sie berichtete über Rechtspolitik und den Aufstieg der Grünen, wobei sie oft die sich wandelnde Haltung der Zeitung widerspiegelte. 2024 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihren Essay „Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde“ – ein weiterer Beleg für ihren wachsenden Einfluss.
Das Führungsmodell der FAZ ist einzigartig: Vier Mitverleger teilen sich die Verantwortung und die redaktionellen Aufgaben. Mit Bubrowskis Eintritt festigt sich die Position der sogenannten „Modernisierer“ im Gremium, zu denen auch Carsten Knop zählt. Gemeinsam stellen sie nun die Mehrheit und lenken das traditionell konservative Blatt in eine neue Richtung.
Diese Entwicklung setzte nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 ein. Bubrowskis Ernennung vertieft diesen Wandel und zementiert die schrittweise Neuausrichtung der FAZ. Ihre Sympathien für die Grünen und progressive Positionen passen zur breiteren ideologischen Transformation der Zeitung.
Ihre Beförderung durchbricht nicht nur eine langjährige Geschlechterbarriere in der FAZ-Spitze, sondern besiegelt auch die Abkehr von den konservativen Wurzeln des Blattes. Die Veränderungen werden voraussichtlich Tonfall und politische Berichterstattung der Zeitung in den kommenden Jahren prägen.






