FDP warnt vor Haushaltskrise: Bergisch Gladbach droht 50-Millionen-Defizit bis 2030
Johanna JägerFDP warnt vor Haushaltskrise: Bergisch Gladbach droht 50-Millionen-Defizit bis 2030
Die FDP in Bergisch Gladbach hat die anhaltende Debatte über Koalitionspolitik als Ablenkung von drängenden Problemen kritisiert. Der Stadtrat Dr. Alexander Engel argumentiert, dass die Konzentration auf eine politische "Brandmauer" tiefgreifendere Herausforderungen ignoriert – darunter ein prognostiziertes jährliches Haushaltsdefizit von 50 Millionen Euro bis 2030. Statt weiterer Verzögerungen fordert die Partei nun sofortige Maßnahmen zur Finanz- und Personalreform.
Die Personalsituation der Stadt ist seit Jahren angespannt. Bei den jüngsten Haushaltsberatungen für 2026 wurden Kürzungen beschlossen, darunter sieben Stellen in Bereichen wie Personalentwicklung, Ordnungsdienste und Schulverwaltung. Die CDU- und SPD/Grünen-Koalition strich diese Positionen, während gleichzeitig zwei Stellen im Mobilitätsmanagement gestrichen wurden. Die CDU schuf hingegen vier neue Stellen in den Bereichen Stadtordnungsdienst und Baumanagement – trotz Bedenken der Verwaltung.
Die FDP betont, dass sich ihre Kritik nicht gegen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst richtet, sondern auf eine Neuausrichtung für eine Zukunft mit weniger erwerbsfähigen Einwohnern abzielt. Engel warnt, dass sowohl konservative als auch liberale Vorschläge ohne Unterstützung der Linksparteien blockiert werden könnten. Die Liberalen sehen die neu beschlossene Obergrenze für Personalkosten als notwendigen Schritt hin zu Modernisierung und größerer politischer Flexibilität.
Parteimitglieder fordern den Oberbürgermeister auf, die Entscheidung unverzüglich umzusetzen. Die Stadträtin Dorothee Wasmuth plädiert dafür, inhaltliche Politik statt Koalitionsstrategien in den Vordergrund zu stellen. Die FDP hält weitere Aufschübe für kontraproduktiv, da sie die finanziellen und administrativen Probleme der Stadt nur verschärfen würden.
Die Diskussion über Koalitionsdynamiken dauert an, doch die FDP bleibt fokussiert auf die Bewältigung der Haushaltskrise und der Personalprobleme in Bergisch Gladbach. Angesichts des prognostizierten jährlichen Defizits von 50 Millionen Euro und der bereits beschlossenen Stellenkürzungen pocht die Partei auf strukturelle Reformen statt auf politische Grabenkämpfe. Die neu eingeführte Personalkostenobergrenze markiert einen Wandel hin zu strengerer Haushaltsdisziplin und langfristiger Planung.






