EMAF in Osnabrück: Warum ein Film für politische Zündstoff sorgt
European Media Art Festival in Osnabrück löst Debatte aus
Die Entscheidung des European Media Art Festivals (EMAF) in Osnabrück, einen Film der palästinensischen Künstlerin Larissa Al-Sharif zu zeigen, hat für Kontroversen gesorgt. Im Mittelpunkt der Kritik stehen dabei weniger das Kunstwerk selbst als vielmehr ihre politischen Positionen. Zwar üben lokale Verantwortliche scharfe Kritik an der Auswahl, doch die Förderung des Festivals bleibt vorerst gesichert.
Im Rahmen seines Programms wird das EMAF Al-Sharifs Film "Morning Circle" präsentieren. Das Festival hat in der Vergangenheit sowohl mit palästinensischen als auch mit jüdischen Künstlern zusammengearbeitet, doch die diesjährige Auswahl stößt auf Widerstand. Der Osnabrücker Kulturdezernent äußerte den Wunsch, Al-Sharifs Beitrag auszuschließen, während die Landesregierung zwar die Unabhängigkeit des Festivals betont, gleichzeitig aber Antisemitismus eindeutig verurteilt.
Der Künstlerin wird vorgeworfen, antisemitische Positionen zu vertreten und die BDS-Bewegung zu unterstützen, die zu Boykotten gegen Israel aufruft. Seit ihrer Gründung 2005 hat BDS vor allem in progressiven Kreisen an Sichtbarkeit gewonnen, wird von Kritikern jedoch als diskriminierend eingestuft. So verbot etwa Österreich 2023 die Verwendung von BDS-Symbolen auf Fahrzeugen.
Der künstlerische Leiter des Festivals argumentiert, dass Al-Sharifs Beiträge in sozialen Medien differenziert betrachtet werden müssten. Das diesjährige Motto des EMAF thematisiert ohnehin das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Freiheit und institutioneller Verantwortung. Sowohl die Osnabrücker Stadtverwaltung als auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) haben sich öffentlich von der Festivalentscheidung distanziert.
Trotz der Kritik bleibt die Finanzierung des EMAF unangetastet. Die Veranstalter verteidigen ihre Programmwahl, räumen jedoch die politischen Brisanz des Themas ein. Die geplante Vorstellung von Al-Sharifs Film findet wie angekündigt statt.






