Digitaler Durchbruch: Apotheken in Baden-Württemberg rechnen jetzt Papier- und E-Rezepte einheitlich ab
Marie GüntherDigitaler Durchbruch: Apotheken in Baden-Württemberg rechnen jetzt Papier- und E-Rezepte einheitlich ab
Neues Abrechnungssystem für Apotheken in Baden-Württemberg macht großen Schritt nach vorn
Der Arzneimittelversorgungsvertrag (AVV) sieht nun ein einheitliches, standardisiertes Verfahren für die Abrechnung von Papier- und E-Rezepten bei der AOK Baden-Württemberg vor. Diese Änderung ermöglicht es Apotheken, ihre Abrechnungsprozesse zu vereinfachen – ohne zusätzlichen Aufwand oder Beschränkungen bei der Häufigkeit.
Die Umstellung folgt einer Aktualisierung des AVV, durch die Apotheken elektronische und Papierrezepte nun im selben Monat abrechnen können. Eine Stuttgarter Apotheke war kürzlich die erste, die Papierrezepte über die Scanacs-Plattform mit der AOK Baden-Württemberg abwickelte. Allein im Januar bearbeitete dieselbe Apotheke Muster-16-Rezepte im Wert von über 80.000 Euro, darunter eines mit einem Volumen von mehr als 40.000 Euro.
Frank Böhme, Geschäftsführer von Scanacs, bezeichnete die Entwicklung als Meilenstein für die Plattform. Das Unternehmen strebt an, den Prozess bis zum Ende der Übergangsphase Anfang 2026 zur Routine zu machen. Bis dahin sollen in Apotheken keine zusätzlichen Scanner mehr benötigt werden.
Das neue System bietet zudem Flexibilität: Apotheken können entweder direkt abrechnen oder eine Clearingstelle nutzen – entscheiden sie sich für Letzteres, müssen jedoch alle Abrechnungen ausschließlich darüber laufen. Viele zeigen bereits Interesse an einer unterjährigen Abrechnung, um die Auszahlung für hochwertige Papierrezepte zu beschleunigen.
Scanacs steht derzeit mit weiteren Krankenkassen in Verhandlungen, um das Modell über die AOK Baden-Württemberg hinaus auszuweiten. Bisher nutzen rund 1.800 der etwa 2.100 Apotheken in der Region (etwa 86 Prozent) die Plattform für die AOK-Abrechnung.
Der aktualisierte AVV vereinfacht die Abrechnung für Apotheken, ohne die Effizienz zu beeinträchtigen. Da kein zusätzlicher Arbeitsaufwand oder Abrechnungsgrenzen bestehen, soll das System bis 2026 zum Standard werden. Unterdessen treibt Scanacs die flächendeckende Einführung in der Branche weiter voran.






