Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Schwarzmarkt schrumpft – doch Grauzonen bleiben
Johanna JägerCannabis-Legalisierung in Deutschland: Schwarzmarkt schrumpft – doch Grauzonen bleiben
Zwei Jahre nach der Legalisierung von Cannabis in Deutschland deutet ein neuer Bericht darauf hin, dass der Schwarzmarkt schrumpft. Die Zwischenstudie 2025, geleitet von Forschenden aus Düsseldorf, Hamburg und Tübingen, zeigt einen allmählichen Wandel hin zu legalen Bezugsquellen. Gleichzeitig bestehen weiterhin Bedenken wegen Lücken im System und der Notwendigkeit, die Gesundheit junger Menschen zu schützen.
Die Legalisierung 2024 markierte einen radikalen Bruch mit der bisherigen repressiven Drogenpolitik Deutschlands. Seither gibt es bundesweit Anzeichen für einen Rückgang des illegalen Cannabishandels. Legale Alternativen – etwa der Eigenanbau, Cannabis-Clubs oder medizinische Produkte aus Apotheken – gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Forscher:innen betonen, dass dieser Trend kriminelle Netzwerke finanziell schwächen könnte, auch wenn noch keine detaillierten Daten auf Länderebene vorliegen.
Die Grünen begrüßen zwar die Verdrängung des Schwarzmarkts, kritisieren aber entstehende Grauzonen. Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Partei, bezeichnete die aktuelle Beschaffung von medizinischem Cannabis in Berlin als "Systemlücke". Er warnte, dass die Abhängigkeit von Gesundheitsstrukturen für den Cannabisbezug auf unzureichende legale Versorgungswege hindeutet.
Ein positiver Effekt ist der anhaltende Rückgang des Cannabiskonsums unter Jugendlichen. Dahmen unterstrich, dass der Schutz ihrer Gesundheit weiterhin Priorität habe. Ziel der Grünen sei es, den legalen Zugang so auszubauen, dass er den illegalen Handel vollständig ersetzt – ohne dabei neue ungeregelte Märkte entstehen zu lassen.
Der Bericht unterstreicht die Fortschritte bei der Eindämmung des Cannabis-Schwarzmarkts in Deutschland. Legale Bezugsquellen verdrängen zwar zunehmend illegale, doch Herausforderungen wie Grauzonen und Versorgungsengpässe bleiben bestehen. Die Politik beobachtet die Entwicklung weiter, insbesondere die Auswirkungen auf Jugendliche und kriminelle Strukturen.






