05 April 2026, 04:04

Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Rekordimporte und wachsende Kritik an THC-Werten

Gruppe von Menschen, die um ein Auto mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild stehen, umgeben von Gebäuden unter einem klaren blauen Himmel, mit Papieren im Auto sichtbar.

Cannabis-Legalisierung in Deutschland: Rekordimporte und wachsende Kritik an THC-Werten

Deutschlands teilweise Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken steht massiv in der Kritik – vor allem vonseiten der Regierung. Eine aktuelle Studie des Forschungsprojekts Ekocan legt schwerwiegende Probleme offen, seit das Gesetz im April 2024 in Kraft getreten ist. Konservative Politiker bezeichnen die Reform als gescheitert, während Gesundheitsbehörden dringend über die Zukunft der Regelung beraten müssen.

Die Ergebnisse zeigen einen dramatischen Anstieg der Cannabis-Importe sowie steigende THC-Werte in den Produkten – gleichzeitig wurden Suchtpräventionsprogramme zurückgefahren. Minister fordern nun eine grundlegende Neubewertung der aktuellen Politik.

Das Cannabis-Konsumgesetz, das seit April 2024 den begrenzten Freizeitkonsum erlaubt, hat die Einfuhren von medizinischem Cannabis in die Höhe schnellen lassen. Allein 2025 importierte Deutschland fast 200 Tonnen – ein Plus von 198 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil stammt aus Kanada, was Deutschland zum größten legalen Handelsmarkt für medizinisches Cannabis in Europa macht.

Doch die Auswirkungen des Gesetzes beschränken sich nicht auf die Importzahlen. Der THC-Gehalt in den erhältlichen Produkten ist stark gestiegen, viele überschreiten die 15-Prozent-Marke. Kritiker warnen, dass hochpotentes Cannabis kaum medizinisch fundiert sei und das Risiko von Missbrauch berge. Zudem verwische die Grenze zwischen medizinischer und freizeitlicher Nutzung, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums einräumte.

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) nannte die Regelung ein "totales Fiasko". Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sprach von einem "Fehler", während Familienministerin Karin Prien (CDU) der früheren Koalitionsregierung vorwarf, die Suchtprävention bei Jugendlichen untergraben zu haben. Tatsächlich seien Frühinterventionsprogramme deutlich zurückgegangen, bestätigte das Ministerium.

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Besorgnis erregt nun vor allem der unkontrollierte Vertrieb sowie die Eigenmedikation. Einige Beamte schlagen verschärfte Auflagen vor, etwa die Pflicht zu persönlichen Arztterminen vor einer Verschreibung. Das Ministerium kündigte interne Regierungsgespräche an, um die Herausforderungen zu bewältigen.

Die Ekocan-Studie hat die Weichen für eine Überprüfung der Cannabis-Politik gestellt. Zwar hat das Gesetz zu Rekordimporten und höherpotenten Produkten geführt, doch die Präventionsbemühungen wurden geschwächt. Nun steht die Debatte an, ob die Vorschriften verschärft oder das gesamte System grundlegend reformiert werden muss.

Quelle