Berlin-Halbmarathon: Wie eine Läuferin Spenden für Sea-Watch sammelt und Freundschaft feiert
Noah KrügerBerlin-Halbmarathon: Wie eine Läuferin Spenden für Sea-Watch sammelt und Freundschaft feiert
An einem kühlen Morgen entlang der Flughafenstraße versammelten sich Läufer:innen zum Berlin-Halbmarathon. Unter ihnen war E., die sich auf ihren sechsten Lauf für Sea-Watch vorbereitete. Freunde und Musik füllten die Luft, während sie sich in einer dünnen roten Jacke aufwärmte – ein Geschenk, das sie vor der Kälte vor dem Start bewahren sollte.
E. reist jedes Jahr nach Berlin für den Marathon und macht aus dem Event ein Wiedersehen mit Freunden. Nach dem Rennen gibt es oft ein Picknick im Tempelhofer Feld oder sie treffen sich bei ihr, um zu feiern. Diesmal, als sie sich dehnte und auf der Stelle joggte, strahlte sie eine besondere Entschlossenheit aus – müde, aber bereit für die nächste Herausforderung.
Seit sechs Jahren nutzen E. und andere Teilnehmer:innen den Halbmarathon, um Spenden für Sea-Watch zu sammeln. Die Tradition ist zu einem zentralen Moment für Sport und Solidarität geworden. Während sie ihre Jacke zurechtrückte, mischte sich die Stimme Rosalías – "Mein Zorn ist ihr Zorn, ihre Liebe ist meine Liebe, ihr Blut ist mein Blut" – aus einem nahen Lautsprecher in das summende Vorfreude-Geräusch.
Schon früher, als sie die Reuterstraße entlangging, war die Energie der Stadt spürbar. Musik drang aus offenen Fenstern, und auf einem Handy flackerte ein Video von Björk, die über das Berghain sang. Als das Rennen begann, war E. längst nicht mehr nur eine Läuferin unter vielen – ihre Freunde nannten sie den Star des Tages, ihre Heldin für ein weiteres Jahr.
Der Marathon endete, doch die Wirkung von E.s Engagement blieb. Die gesammelten Spenden werden die Arbeit von Sea-Watch unterstützen, während ihre Freunde die Begeisterung des Tages in ihre Treffen nach dem Rennen trugen. Für E. sind die rote Jacke und der Jubel kleine Erinnerungen daran, warum sie immer wiederkommt – Jahr für Jahr, Lauf für Lauf.






