ARD-Sendung Druckfrisch in der Sexismus-Debatte: Warum Denis Schecks Kritik polarisiert
Marie GüntherARD-Sendung Druckfrisch in der Sexismus-Debatte: Warum Denis Schecks Kritik polarisiert
Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ARD gerät wegen seiner langjährigen Literatursendung Druckfrisch in die Kritik. Die von Denis Scheck moderierte Sendung steht nach seinen Rezensionen von Büchern weiblicher Autorinnen im Vorwurf des Sexismus – die Rückmeldungen darauf waren teils heftig. Inzwischen haben sich Schriftstellerinnen und Kommentatorinnen in die Debatte eingeschaltet und fragen, ob Tonfall und Fairness seiner Bewertungen angemessen sind.
Auslöser der Kontroverse war die öffentliche Kritik der Autorin Sophie Passmann, die Schecks Besprechung ihres Buches als sexistisch bezeichnete. Später griff auch die Schriftstellerin Ildikó von Kürthy seine abwertende Haltung gegenüber ihrem Werk in einem Essay auf und verstärkte damit die wachsende Kritik. Die Literaturkritikerin Elke Heidenreich schloss sich der Diskussion an und verurteilte sowohl Schecks Rezensionsstil als auch die Rolle des ARD, der dies zulasse.
Der Sender verteidigt die Sendung und betont, das Geschlecht einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle. ARD versichert, Druckfrisch dulde keine Frauenfeindlichkeit, und verweist darauf, dass Scheck in der jüngsten Folge mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert habe. Scheck selbst hält daran fest, dass sich seine Kritik ausschließlich auf die Werke beziehe – nicht auf die Autorinnen oder deren Leserschaft.
Besonders umstritten ist Schecks Gewohnheit, missliebige Bücher durch eine Rutsche in einen Mülleimer gleiten zu lassen. Diese inszenierte Geste steht nun im Fokus der aktuellen Debatte.
Der Streit setzt ARD unter Druck, das Konzept der Sendung zu überprüfen. Zwar betont der Sender, die literarischen Bewertungen blieben sachlich, doch die Kritik prominenter Stimmen deutet darauf hin, dass die Diskussion noch lange nicht beendet ist. Vorerst läuft Druckfrisch weiter – doch die Auseinandersetzung über Methode und Tonfall der Sendung wird voraussichtlich anhalten.






