ZDK reformiert sich radikal – und eskaliert den Streit mit dem Handwerk
Marie GüntherZDK reformiert sich radikal – und eskaliert den Streit mit dem Handwerk
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat seine Struktur grundlegend reformiert – ein Schritt, der die Spannungen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZVK) weiter verschärft. Die im Januar 2024 eingeführten Änderungen sollen die Abläufe straffen und verhindern, dass Werkstätten ihre Mitgliedschaft verlieren, falls regionale Innungen den Verband verlassen. Die Konflikte zwischen den beiden Organisationen haben sich in den letzten Monaten deutlich zugespitzt.
Die neuen Satzungen des ZDK sehen eine klare Trennung vom ZVK vor und beenden damit die bisherige Praxis, gemeinsames Personal in Führungsgremien einzusetzen. Bisher hatte der ZVK garantierte Sitze in der ZDK-Spitze inne; die überarbeiteten Regeln schreiben nun lediglich vor, dass ein Mitglied – statt wie bisher mehrere – aus dem Handwerksbereich kommen sollte. Die Ausschüsse werden zudem wieder rein beratend tätig sein, während die Sprecherrechte zentral beim ZDK liegen.
Eine zentrale Neuerung ist die Einführung direkter Mitgliedschaftswege für Werkstätten beim Bonner Hauptsitz. Dadurch sollen sie organisatorisch abgesichert bleiben, selbst wenn regionale Verbände wie etwa in Bayern oder Nordrhein-Westfalen den ZDK verlassen. Die Reformen umfassen zudem ein neues Beitragssystem: Jede organisierte Werkstatt muss künftig 100 Euro jährlich an die Zentrale zahlen – eine Reaktion auf frühere Ansprüche des ZVK an die Mitgliedschaftsgebühren.
Der ZDK begründet den Umbruch mit dem Ziel größerer Transparenz und einer besseren Anpassung an die "realen Gegebenheiten der Branche". Personalentscheidungen werden künftig demokratisch in der Mitgliederversammlung getroffen. Der Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen, der einst den Konflikt befeuerte, hat unterdessen weitgehend an rechtlicher Brisanz verloren. Der Verband spricht von einem "bewusst herbeigeführten Szenario", um die Trennung vom ZVK zu erzwingen.
Die Reformen markieren einen deutlichen Kurswechsel in der Arbeitsweise des ZDK: Institutionelle Bindungen zum ZVK werden gekappt, während Werkstätten direkte Wege erhalten, um unter dem Dach des Verbandes zu bleiben. Mit den festgelegten Jahresbeiträgen von 100 Euro pro Werkstatt und der Zentralisierung der Entscheidungsprozesse sollen Mitgliedschaft und Führung gestärkt werden. Wie sich die Veränderungen langfristig auf das Verhältnis der beiden Verbände auswirken, bleibt jedoch abzuwarten.