Wirtschaftsgipfel ohne Mittelstand: Warum KMU sich von Merz verraten fühlen
Johanna JägerWirtschaftsgipfel ohne Mittelstand: Warum KMU sich von Merz verraten fühlen
Kritik an Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt: Mittelstand fühlt sich ignoriert
Der anstehende Wirtschaftsgipfel im Bundeskanzleramt hat scharfe Kritik von Wirtschaftsverbänden ausgelöst. Elf Organisationen, darunter der Bundesverband Mittlere Wirtschaft (BVMW), werfen Bundeskanzler Friedrich Merz vor, mit seinem Treffen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden eine zentrale Säule zu übergehen: den Mittelstand. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht die Ausgrenzung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) aus den entscheidenden Reformgesprächen.
Der BVMW und zehn weitere Verbände verurteilen die enge Ausrichtung des Gipfels. Sie bemängeln, dass die Veranstaltung den Mittelstand ignoriert – dabei bildet dieser das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, warnte, dass frühere Vereinbarungen wie das gescheiterte 1.000-Euro-Bonusprogramm gezeigt hätten, wie wenig die spezifischen Herausforderungen dieser Betriebe verstanden würden.
Die Verbände verweisen auf unerfüllte Forderungen, darunter echte Bürokratieabbau-Maßnahmen, Reformen bei der Einkommensteuer und flexiblere Arbeitsgesetze. Ahlhaus kritisierte die Bundesregierung dafür, alte Fehler zu wiederholen – besonders nach dem missglückten Treffen in der Villa Borsig. Er betonte, Deutschland brauche einen offenen, praxisnahen Wirtschaftsdialog, der die Realität der vom Mittelstand geprägten Branchen widerspiegle.
Die Entscheidung der Koalition, den Mittelstand von der wichtigsten Zusammenkunft dieser Legislaturperiode auszuschließen, hat die Verärgerung weiter verschärft. Die Verbände unterstreichen: Ohne ihre Mitwirkung drohten Reformen daran zu scheitern, die Bedürfnisse der zentralen Wirtschaftsmotoren des Landes zu erfüllen.
Der Gipfel findet ohne direkte Beteiligung des Mittelstands statt. Branchenvertreter bestehen darauf, dass echte Reformen ihre Einbindung erfordern. Ihre Abwesenheit wirft die Frage auf, ob die geplanten Änderungen die deutsche Wirtschaft insgesamt wirksam stärken können.






