Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert EU-Hilfen
Marie GüntherWirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert EU-Hilfen
Achim Truger, Deutschlands führender Wirtschaftsexperte, warnt vor einem schweren Preisschock durch den Golfkonflikt
In einem aktuellen Beitrag für das Magazin Surplus fordert der renommierte Ökonom dringende Maßnahmen, um zu verhindern, dass die Weltwirtschaft in eine neue Krise abrutscht. Zu seinen Vorschlägen zählen abgestimmte EU-Hilfen, Preisobergrenzen sowie zeitlich befristete finanzielle Entlastungen für Haushalte und Unternehmen.
Truger betont, dass die steigenden Energiepreise und Lieferkettenstörungen eine entschlossene makroökonomische Reaktion erfordern. Er drängt Regierungen dazu, die bereits eingeführten Preisbremsen für Gas, Öl und Strom wiederzubeleben, um übermäßige Preissprünge zu stoppen. Zur Finanzierung schlägt er vor, die strengen Schuldenregeln vorübergehend auszusetzen und über die Notfallklausel gezielte, befristete Hilfsprogramme aufzulegen.
Um eine Lohn-Preis-Spirale zu vermeiden, plädiert Truger für eine gemeinsame Initiative von Regierungen und Sozialpartnern. Ein zentrales Instrument könnte eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie sein, die einmalige Zahlungen statt dauerhafter Lohnerhöhungen fördert.
Auf EU-Ebene fordert er ein koordiniertes Vorgehen, ähnlich wie in früheren Krisen. So ermöglichte die gemeinsame Impfstoffbeschaffung während der Pandemie, dass bis Mitte 2022 86 Prozent der erwachsenen EU-Bürger geimpft waren. Zudem schuf die Union mit dem Wiederaufbaufonds erstmals gemeinschaftliche Schulden zur Unterstützung der Mitgliedstaaten und führte "grüne Spuren" an Grenzen ein, um Lkw-Kontrollen zu beschleunigen und Engpässe zu mildern. Truger schlägt nun einen ähnlichen Mechanismus für Länder vor, die allein nicht über die nötige finanzielle Schlagkraft verfügen, um die Krise zu bewältigen.
Ein umfassendes EU-Hilfspaket könnte seiner Meinung nach auch den Druck auf die Europäische Zentralbank verringern. Dadurch ließen sich unnötige Zinserhöhungen vermeiden, die die wirtschaftliche Belastung weiter verschärfen würden.
Trugers Vorschläge zielen darauf ab, die Preise zu stabilisieren, Haushalte zu schützen und einen tieferen Konjunktureinbruch zu verhindern. Dazu gehören temporäre Preisdeckel, die Aussetzung von Schuldenregeln und EU-weite Finanzhilfen. Ohne schnelles Handeln, warnt er, könnte die aktuelle Instabilität die globale Wirtschaft in eine weitere langanhaltende Krise stürzen.






