Wirtschaftselite uneins: Soll der demokratische Schutzwall gegen die AfD fallen?
Tobias LangWirtschaftselite uneins: Soll der demokratische Schutzwall gegen die AfD fallen?
In der deutschen Wirtschaftswelt zeichnet sich eine wachsende Spaltung über den demokratischen Schutzwall gegen die rechtspopulistische AfD ab. Während einige Unternehmer die politische Ausgrenzung beenden wollen, bestehen große Wirtschaftsverbände auf Distanz zur Partei.
Die Debatte verschärfte sich, nachdem Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus-Gruppe, den Schutzwall als Hemmnis für politischen und wirtschaftlichen Fortschritt kritisierte. Er forderte, im Falle des Scheiterns der aktuellen Koalition bei der Stärkung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit neue demokratische Bündnisse in Betracht zu ziehen. Unterstützung erhielt er von der Unternehmerin Sarna Rößer, die die Ausgrenzung als Arroganz der etablierten Parteien bezeichnete.
Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, unterstrich diese Position und erklärte, die Verweigerung des Dialogs mit der AfD widerspreche demokratischen Grundsätzen. Doch der Widerstand bleibt unter führenden Wirtschaftskreisen groß. Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandels-, Außenhandels- und Dienstleistungsverbands (BGA), betonte, die AfD müsse sich zunächst klar von Extremismus distanzieren, bevor über eine Zusammenarbeit nachgedacht werden könne.
Noch deutlicher positionierte sich Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der jede Kooperation mit extremistischen Parteien – ob von rechts oder links – ausschloss. Unterdessen warnte Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, davor, dass Kontakte zur AfD die soziale Marktwirtschaft gefährden könnten. Trotz der unterschiedlichen Meinungen halten die großen Wirtschaftsverbände weiterhin am demokratischen Schutzwall fest.
Der Streit spiegelt die größeren Spannungen wider, wie mit dem wachsenden Einfluss der AfD umgegangen werden soll. Die Wirtschaftselite bleibt gespalten zwischen Forderungen nach Dialog und Warnungen vor den Risiken einer Annäherung. Vorerst lehnen die meisten Verbände jeden Austausch mit der Partei weiterhin ab.






