Weltpremiere: Schwimmende Turbinen erobern den Rhein als Schwarmkraftwerk
Tobias LangWeltpremiere: Schwimmende Turbinen erobern den Rhein als Schwarmkraftwerk
Energyminer plant am Rhein bei St. Goar das erste großtechnische „Schwarmkraftwerk“ der Welt
Das Vorhaben umfasst 124 „Energyfish“-Einheiten – schwimmende hydrokinetische Turbinen, die Strom aus Fließgewässern erzeugen. Das Unternehmen verspricht, damit kostengünstig und umweltverträglich Energie zu gewinnen.
Jede Energyfish-Einheit misst 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von 80 Kilogramm. Ihre maximale Leistung beträgt 6 Kilowatt, im Durchschnitt liefert sie 1,8 Kilowatt und erzeugt jährlich etwa 15 Megawattstunden. Ein Schwarm von 100 Einheiten könnte rund 1,5 Gigawattstunden pro Jahr produzieren – genug, um etwa 470 Haushalte zu versorgen.
Die Turbinen werden im Fluss verankert und leiten den Strom ohne Staudämme, Beton oder aufwendige Bauarbeiten ans Ufer. Laut Energyminer lassen sich zehn Einheiten innerhalb von nur drei Tagen installieren, sobald die Genehmigungen vorliegen. Bei Hochwasser können die Module absinken, sodass Treibgut gefahrlos passieren kann und das Verletzungsrisiko für Fische sinkt.
Bereits jetzt betreibt das Unternehmen eine kleinere Pilotanlage im Auer Mühlbach bei München. Die geschätzten Stromgestehungskosten liegen bei etwa 8 Cent pro Kilowattstunde – inklusive Investition, Betrieb und Wartung. Über eine Laufzeit von 20 Jahren erwartet Energyminer eine durchschnittliche Jahresrendite von mindestens 8 Prozent.
Das 124 Einheiten starke Schwarmkraftwerk am Rhein wird als dezentrales Erzeugungssystem arbeiten und im Schnitt einige hundert Kilowatt liefern. Das Projekt markiert einen wichtigen Schritt für skalierbare, umweltschonende Wasserkrafttechnologie. Die Angaben des Unternehmens deuten darauf hin, dass das Modell eine tragfähige Lösung für die dezentrale Energiegewinnung an geeigneten Flussstandorten sein könnte.
