So viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Wahlreform in Baden-Württemberg bringt mehr Frauen in den Landtag
Baden-Württembergs jüngste Wahlreform führt zu leichter Zunahme weiblicher Abgeordnete im Landtag
Die jüngsten Änderungen des Wahlrechts in Baden-Württemberg haben zu einem bescheidenen Anstieg des Frauenanteils im Stuttgarter Landtag geführt. Ziel der Reform war es, den Parteien mehr Einfluss auf die Kandidatenaufstellung zu geben und so eine bessere Geschlechterbalance zu erreichen. Aktuell halten Frauen 33,8 Prozent der Mandate – ein leichter Zuwachs gegenüber der vorherigen Legislaturperiode.
Vor 2021 entschieden vor allem lokale Parteigliederungen über die Aufstellung der Bewerber. Dieses System begünstigte oft langjährige männliche Kandidaten und erschwerte es Frauen, aussichtsreiche Listenplätze zu erhalten. Das neue Gesetz verlagert die Kompetenz auf die Landesverbände der Parteien und verpflichtet diese, Frauen auf den regionalen Listen besser zu platzieren.
Die Reform schreibt zudem vor, dass die ersten zehn Plätze auf den Landeslisten paritätisch zwischen Männern und Frauen aufgeteilt werden müssen. Größere Parteien wie die Grünen, die CDU und die SPD setzten dies um, während kleinere Parteien unterschiedliche Ergebnisse vorweisen. Die Grünen gingen als Wahlsieger mit 30,2 Prozent der Zweitstimmen knapp vor der CDU hervor.
Daten zur früheren Geschlechterverteilung auf den Spitzenplätzen der Listen sind begrenzt. Allerdings stellen Frauen bei den Grünen nun 27 der 58 Sitze, während die CDU in der vorherigen Wahlperiode nur 7 von 42 Mandaten mit Politikerinnen besetzte. Die FDP zählte in früheren Jahren lediglich 2 Frauen unter 15 Abgeordneten.
Durch die Reform stieg der Frauenanteil auf 33,8 Prozent – eine kleine, aber messbare Verbesserung. Indem die Kandidatenauswahl auf die Landesebene verlagert wurde, sollte der Zugang für Frauen erleichtert werden. Ob sich langfristig ein nachhaltiger Effekt einstellt, hängt davon ab, ob die Parteien auch künftig die Geschlechtergerechtigkeit bei der Aufstellung priorisieren.