VW plant radikale Stellenstreichungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Marie GüntherVW plant radikale Stellenstreichungen – bis zu 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen vor, von denen bis zu 100.000 Mitarbeiter betroffen sein könnten. Der Aufsichtsrat des Konzerns wird am 9. Juli zusammentreten, um über die Pläne zu beraten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen der Anleger angesichts anhaltender Schwächen in Schlüsselmärkten wie Asien.
Die Aktie des Unternehmens notiert derzeit bei 72,54 Euro, bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 3,7 für das laufende Geschäftsjahr. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von 24,21 Euro im nächsten Jahr, doch die niedrige Bewertung spiegelt anhaltende Zweifel an der Zukunft des Konzerns wider. Konzernchef Oliver Blume räumte ein, dass mehrere Sparten bei der Effizienz weiterhin hinter der Konkurrenz zurückliegen.
Im Rahmen der Umstrukturierung könnten bis zu vier deutsche Werke geschlossen werden, darunter Hannover und Emden. Die Vorschläge wurden ohne Einbindung der Arbeitnehmervertreter erarbeitet, was mögliche Spannungen auslöst. Niedersachsen, das mit 20,2 Prozent an Volkswagen beteiligt ist, verfügt über ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen – eine zusätzliche Hürde für die Pläne.
Die traditionell starke links-grüne Fraktion bei Volkswagen hat in der Vergangenheit hohe Löhne und eine große Belegschaft durchgesetzt. Diese politische Konstellation könnte die Durchsetzung umfassender Personalabbaumaßnahmen erschweren.
Die Juli-Sitzung des Aufsichtsrats wird entscheidend für die nächsten Schritte des Konzerns sein. Mit den anstehenden Stellenstreichungen steht das Schicksal tausender Arbeitsplätze und die Zukunft mehrerer Standorte auf dem Spiel. Die Beschlüsse werden auch das Kräfteverhältnis zwischen Unternehmensführung, Gewerkschaften und staatlichen Beteiligten auf die Probe stellen.
