Ulms Schuldenberg wächst trotz Rekordsteuereinnahmen auf 129 Millionen Euro
Tobias LangUlms Schuldenberg wächst trotz Rekordsteuereinnahmen auf 129 Millionen Euro
Trotz eines Steuermehreinnahmen von 25 Millionen Euro für 2025 bleibt die finanzielle Lage Ulms angespannt. Die Schulden der Stadt sind um rund 31 Millionen Euro auf 129 Millionen Euro gestiegen – der höchste Stand seit 2007. Beamte warnen, dass ein Großteil der jüngsten Steuermehreinnahmen in den kommenden Jahren durch den kommunalen Finanzausgleich wieder abgezogen wird.
Der Großteil des Steuerplus von etwa 192 Millionen Euro im Jahr 2025 stammt aus höheren Gewerbesteuereinnahmen. Doch die zusätzlichen Mittel konnten die Haushaltsbelastungen nicht lindern, da allein unvorhergesehene Ausgaben rund 12,6 Millionen Euro betrugen. Steigende Nachfrage in Bereichen wie Sozialhilfe und Integrationsdienstleistungen belastete die Finanzen zusätzlich.
Fast alle Mehreinnahmen wurden durch explodierende Kosten aufgezehrt, sodass für neue Investitionen kein Spielraum blieb. Zum zweiten Mal in Folge konnte die Stadt kein Geld für ihre Sanierungs- und Modernisierungsrücklage bereitstellen. Gleichzeitig sank die Liquidität weiter, während sich die Schulden seit 2023 nahezu verdoppelt haben.
Für die Zukunft bedeutet das: Durch den kommunalen Finanzausgleich wird ein erheblicher Teil der Gewerbesteuer-Mehreinnahmen wieder abgeführt. In Kombination mit den anhaltenden Finanzbelastungen wird erwartet, dass die Schulden Ulms in den kommenden Jahren weiter steigen.
Die Haushaltsrechnung 2025 zeigt trotz höherer Steuereinnahmen keine Verbesserung der finanziellen Handlungsspielräume. Die Schulden der Stadt belaufen sich nun auf 129 Millionen Euro, ohne dass Mittel für langfristige Investitionen zurückgelegt wurden. Künftige Haushalte werden zusätzlich belastet, da der Finanzausgleich die Wirkung der jüngsten Steuergewinne schmälert.






