Traditionsunternehmen Mocopinus schließt nach 160 Jahren für immer seine Tore
Noah KrügerTraditionsunternehmen Mocopinus schließt nach 160 Jahren für immer seine Tore
Mocopinus, traditionelles Holzverarbeitungsunternehmen mit 160-jähriger Geschichte, stellt endgültig den Betrieb ein
Nach gescheiterten Bemühungen, neue Investoren zu gewinnen, hat das 160 Jahre alte Holzbauunternehmen Mocopinus seine Tore für immer geschlossen. Das einst für Holzkonstruktionen und innovative Fassadenbehandlungen bekannte Unternehmen stellte am 5. März 2026 die Produktion ein. Nun müssen Mitarbeiter und Kunden die Folgen der Schließung tragen.
Der Niedergang des Unternehmens begann im Dezember 2025, als Mocopinus Insolvenz anmeldete und einen Sanierungsplan vorlegte. Trotz aller Anstrengungen gab es jedoch keine tragfähigen Angebote, um das Unternehmen zu retten. Im Februar 2026 bestellte das Amtsgericht Ulm Georg Jakob Stemshorn zum Insolvenzverwalter, um die Abwicklungsverfahren zu leiten.
Jahre lang hatte Mocopinus versäumt, seine Betriebsabläufe zu modernisieren, um im Holzbau und bei Fassadentechnologien wettbewerbsfähig zu bleiben. Zwar war das Unternehmen einst spezialisiert auf karbonisierte Oberflächen – eine traditionelle japanische Methode der Holzkarbonisierung –, doch unterließ es die Einführung breiterer digitaler oder nachhaltiger Innovationen. Als im März 2026 keine Investoren gefunden wurden, kam die Produktion vollständig zum Erliegen.
Sämtliche drei Hauptstandorte in Ulm, Karlsruhe und Ammelshain sind nun geschlossen, wodurch rund 270 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Sie wurden in einer internen Versammlung über die Entscheidung informiert. Bestehende Kundenaufträge sollen jedoch im Rahmen der Abwicklung noch abgearbeitet und ausgeliefert werden.
Einziger Hoffnungsträger bleibt die Tochtergesellschaft Lignum-Finish GmbH mit Sitz in Aitrach. Ihre Zukunft hängt davon ab, ob sich ein Käufer findet, der den Betrieb übernimmt.
Die Schließung bedeutet das Ende eines traditionsreichen Namens in der Holzverarbeitung. Die Insolvenzverfahren konzentrieren sich nun auf eine geordnete Abwicklung, bei der noch ausstehende Aufträge erfüllt und Vermögenswerte liquidiert werden. Ohne eine Rettung in letzter Minute wird das Erbe des Unternehmens endgültig Geschichte sein.






