Thüringer Imker hoffen nach ruhigem Winter auf stabile Bienenvölker
Marie GüntherKalter Winter hilft den Bienen in Thüringen - Sorgen bleiben - Thüringer Imker hoffen nach ruhigem Winter auf stabile Bienenvölker
Imker in Thüringen blicken nach ruhigem Winter vorsichtig optimistisch in die Zukunft
Die Bienenzüchter in Thüringen zeigen sich nach einem erholsamen Winter für ihre Völker vorsichtig zuversichtlich. Während die vergangenen Jahre bundesweit schwere Verluste durch die Varroa-Milbe brachten, ermöglichte das diesjährige kalte und schneereiche Wetter den Bienen eine ungestörte Ruhephase. Bisher melden die Imker des Landes keine größeren Winterverluste – doch mit dem frühen, aber unberechenbaren Frühlingsbeginn bleiben Herausforderungen bestehen.
In den letzten fünf Jahren gingen in Deutschland jährlich zwischen 250.000 und 300.000 Bienenvölker durch Varroa-Milbenbefall und damit verbundene Krankheiten verloren. Der Deutsche Imkerbund verzeichnet jährliche Verluste von 20 bis 30 Prozent; im Winter 2023/2024 verschwanden allein rund 60.000 Völker – ein Viertel des Bestands. Entscheidend für das Überleben eines Volkes ist oft der Grad des Milbenbefalls, was den Parasiten zu einer der größten Bedrohungen für die Bienenpopulation macht.
In diesem Jahr bot der frostige Thüringer Winter den Bienen eine stabile Ruhephase und schützte sie vor plötzlichen Temperaturschwankungen. Bisher haben die Mitglieder des Landesimkerverbandes keine nennenswerten Verluste gemeldet. In den Stöcken wird bereits die nächste Bienengeneration herangezogen, während die Arbeiterinnen Pollen sammeln – erkennbar an den leuchtenden Klumpen an ihren Beinen.
Früher Frühling: Chance und Risiko zugleich Der frühe Lenz bringt sowohl Chancen als auch Gefahren mit sich. Die blühenden Palmkätzchen liefern lebenswichtigen Pollen für die jungen Bienen und fördern so das Wachstum der Völker. Doch ein spätes Frostereignis – wie vor zwei Jahren, als Obstbaumblüten beschädigt wurden – könnte noch immer die zwar starken, aber verletzlichen Völker bedrohen. Zuchtprogramme für varroaresistente Honigbienen kommen voran, doch der Fortschritt bleibt langsam.
In Thüringen gibt es nur etwa 10 bis 15 hauptberufliche Imker; rund 3.000 meist hobbymäßig tätige Bienenzüchter sind im Landesverband registriert. Wirtschaftliche Zwänge – darunter die Konkurrenz durch billigen Import-Honig – halten die Zahlen niedrig. Die tatsächliche Anzahl der Imker dürfte jedoch weit höher liegen, da viele ohne formale Anmeldung arbeiten.
Ungewisse Aussichten im frühen Frühling Die kommenden Monate werden für Thüringens Bienenvölker zur Bewährungsprobe, während sie sich in einem frühen, aber unbeständigen Frühling ausdehnen. Zwar geben züchterische Fortschritte bei varroaresistenten Bienen und eine umsichtige Bewirtschaftung Anlass zur Hoffnung – doch spät winterliche Kälteeinbrüche oder ein erneuter Anstieg der Milbenplage könnten die Erfolge zunichtemachen. Fürs Erste bleiben die Imker des Landes wachsam und setzen auf ihre Erfahrung, um die Völker durch eine weitere unberechenbare Saison zu bringen.