28 March 2026, 18:06

Thailands wilde Tiger kehren zurück – doch in Parks leiden sie weiter

Ein Buch mit dem Titel "Der Dschungelbuch" von Rudyard Kipling mit einem realistischen Bild eines Tigers auf dem Cover.

Thailands wilde Tiger kehren zurück – doch in Parks leiden sie weiter

Thailands wilde Tigerpopulation erholt sich langsam – doch in Touristenparks leiden die Tiere

Die Zahl der wildlebenden Tiger in Thailand steigt langsam wieder an: Rund 280 der Raubtiere leben mittlerweile in geschützten Reservaten. Doch nur wenige Kilometer entfernt müssen Tiger in Touristenparks harte Bedingungen ertragen – was bei Besuchern und Tierschützern zunehmend auf Kritik stößt. Der Gegensatz zwischen Artenschutzerfolgen und Ausbeutung wirft Fragen nach der Wildtierpolitik des Landes auf.

In den offiziellen Wildschutzgebieten Thailands zeigen sich die Bemühungen zum Tiger-Schutz erfolgreich. Durch Anti-Wilderer-Patrouillen, die Renaturierung von Lebensräumen – etwa im Huai-Kha-Khaeng-Wildschutzgebiet – und Kamerafallen konnte der Bestand vor dem Aussterben bewahrt werden. Aktuell streifen schätzungsweise 200 Tiger frei umher, einige Experten gehen sogar von bis zu 280 Tieren aus (Stand: 2025).

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Doch in den Touristenparks sieht die Realität völlig anders aus. Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch den Tiger Park von Pattaya, wo die Raubtiere unnatürlich ruhig wirken. Besucher dürfen sie streicheln, Selfies machen oder sich mit Jungtieren fotografieren lassen – Verhaltensweisen, die wilden Tieren völlig fremd sind. Tierschutzorganisationen werfen den Betreibern vor, die Tiger bereits seit ihrer Geburt durch brutale Dressurmethoden wie Schläge oder Nahrungsentzug zu brechen, um sie gefügig zu machen.

Der Kreislauf der Ausbeutung hält an: Ständig werden neue Jungtiere gezüchtet, um ältere Tiger in Foto-Sessions zu ersetzen. Was langfristig mit ihnen geschieht, bleibt ungewiss. Einige dürften im illegalen Handel mit Tigerteilen landen. Zwar gibt es in Thailand strenge Gesetze zum Tigerschutz, doch lasche Kontrollen und Korruption ermöglichen die Missstände weiter.

Unterdessen wenden sich immer mehr Touristen – besonders aus Europa – von solchen Attraktionen ab. Früher beliebte Angebote wie Elefantenritte oder Tiger-Selfies werden zunehmend boykottiert, da ethische Bedenken wachsen. Tierrechtler argumentieren, dass diese Parks keinen Beitrag zum Artenschutz leisten, sondern allein der Profitmaximierung dienen.

Die Erholung der wilden Tiger in Thailand zeigt, was gezielter Schutz erreichen kann. Doch die Ausbeutung von Tigern in Gefangenschaft bleibt ein eklatantes Problem. Ob die Zukunft dieser Tiere – in Freiheit wie in Gefangenschaft – besser wird, hängt davon ab, ob sich strengere Kontrollen und ein Umdenken in der Gesellschaft durchsetzen – und ob der Tierschutz Vorrang vor kommerziellen Interessen erhält.

Quelle