Teilladungsverkehr in Deutschland: Steigende Kosten trotz sinkender Sendungsmengen
Noah KrügerTeilladungsverkehr in Deutschland: Steigende Kosten trotz sinkender Sendungsmengen
Kosten im deutschen Teilladungsverkehr steigen weiter – trotz stagnierender Sendungsmengen
Die Ausgaben im deutschen Stückgut- und Teilladungsverkehr (LTL) sind erneut gestiegen, obwohl das Sendungsaufkommen weiterhin auf niedrigem Niveau verharrt. Wie die aktuellen Zahlen des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) zeigen, klettern die Kosten in zentralen Bereichen – von Personalkosten bis zur Palettenabwicklung. Branchenvertreter warnen nun, dass interne Effizienzsteigerungen allein die wachsenden Belastungen kaum noch auffangen können.
Der jüngste DSLV-Gruppenkostenindex, der halbjährlich veröffentlicht wird, verzeichnet für die zweite Jahreshälfte 2025 einen Anstieg der sendungsbezogenen Prozesskosten um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dieser Zuwachs fällt umso stärker ins Gewicht, als das Sendungsvolumen nahezu unverändert blieb und sogar einen leichten Rückgang verzeichnete. Zwar blieben Maut- und Spritkosten stabil und dämpften damit den Gesamtanstieg, doch eine vollständige Kompensation gelang nicht.
Personalkosten dominieren weiterhin die Ausgabenstruktur und machen rund 51 Prozent der sendungsbezogenen Kosten aus. Allein in der zweiten Jahreshälfte 2025 stiegen sie um 3,7 Prozent – und festigten damit ihre Position als größter Kostentreiber der Branche. Gleichzeitig schnellen die Kosten für die Palettenabwicklung in die Höhe, ausgelöst durch einen Preissprung bei Paletten um 21 Prozent.
Auch die Betriebskosten legten um 4,2 Prozent zu, angetrieben durch Investitionen in neue Technologien und Infrastruktur. Die Zahl der Umschlagterminals erhöhte sich seit der letzten Erhebungsperiode um etwa 15 Prozent – vor allem aufgrund der wachsenden Nachfrage durch den E-Commerce und Konsolidierungsprozesse in der Branche. Dadurch sank die durchschnittliche Anzahl der Sendungen pro Depot um 3,3 Prozent.
Laut DSLV stoßen die Möglichkeiten der Branche, die steigenden Kosten durch Effizienzgewinne auszugleichen, zunehmend an Grenzen. Ohne weitere Maßnahmen könnte es für Unternehmen schwierig werden, unter den aktuellen Rahmenbedingungen profitabel zu bleiben.
Der Bericht zeichnet ein düstere Lage für den deutschen Teilladungsmarkt: Während die Kosten schneller steigen als die Sendungsmengen, geraten die Unternehmen durch höhere Personal-, Paletten- und Infrastrukturausgaben zunehmend unter Druck. Die DSLV-Ergebnisse deuten darauf hin, dass interne Effizienzmaßnahmen allein die finanzielle Belastung nicht mehr ausgleichen können.






