Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern politische Konsequenzen
Johanna JägerTausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und fordern politische Konsequenzen
Tausende sind in ganz Deutschland auf die Straße gegangen, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Am Wochenende zogen Demonstrationen in Köln und Bonn große Menschenmengen an, bei denen strengere Gesetze und mehr Verantwortung gefordert wurden. Die Proteste folgen einer jüngsten Der-Spiegel-Untersuchung zu digitaler Gewalt, die die öffentliche Empörung über das Thema neu entfacht hat.
Am Samstag demonstrierten in Köln mehr als 5.000 Menschen für entschlossenes Handeln gegen sexualisierte Gewalt. Die Protestierenden trugen Schilder, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf Cindy Laupers berühmten Song. Jede Rednerin und jeder Redner bei der Veranstaltung forderte Männer auf, Verantwortung zu übernehmen und frauenfeindliche Einstellungen zu hinterfragen.
Einen Tag später versammelten sich in Bonn über 500 Demonstrantinnen und Demonstranten auf dem Marktplatz vor dem alten Rathaus. Die Kundgebung wurde von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Auch Politikerinnen der Frauen-Union der CDU beteiligten sich und setzten sich für besseren Schutz von Frauen ein.
Die aktuelle Protestwelle baut auf Jahren wachsender Aktivismus-Bewegung auf. Seit 2025 gab es in Städten wie Hamburg (17.000 bis 22.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer), Berlin (6.700 bis 13.000 am Brandenburger Tor) und Hannover große Demonstrationen. Auslöser war die Solidarität mit der Schauspielerin Collien Fernandes, die ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, öffentlich der digitalen Gewalt beschuldigt hatte. Die Proteste fordern besseren Opferschutz – sowohl online als auch offline – und rechtliche Reformen, um patriarchale Strukturen zu bekämpfen.
Weitere große Veranstaltungen waren eine Kundgebung in Trier an der Porta Nigra im März 2026 sowie laufende Kampagnen in Dortmund. In ganz Deutschland sind weitere Demonstrationen geplant.
Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für schärfere Gesetze zum Schutz von Frauen einzusetzen. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der öffentliche Druck auf politische Maßnahmen in dieser Frage wächst.
Die Proteste in Köln und Bonn spiegeln eine breitere Bewegung wider, die nach Veränderung verlangt. Organisatorinnen, Organisatoren und Teilnehmerinnen fordern konkrete rechtliche Schritte, um sexualisierte Gewalt – insbesondere in digitalen Räumen – zu bekämpfen. Die Demonstrationen zeigen den zunehmenden öffentlichen Druck auf die Politik, endlich zu handeln.






