Streit um 600-Millionen-Projekt: Soll der Luisenblock-Ost-II in Berlin gestoppt werden?
Noah KrügerStreit um 600-Millionen-Projekt: Soll der Luisenblock-Ost-II in Berlin gestoppt werden?
Pläne für großen Bundestags-Anbau in Berlin stoßen auf heftigen Widerstand
Zwei Spitzenpolitiker, die CDU-Abgeordnete Julia Klöckner und der Grünen-Politiker Omid Nouripour, fordern den Stopp des Projekts Luisenblock-Ost-II. Sie halten den geplanten Neubau für überflüssig und in der aktuellen Haushaltslage unangemessen teuer.
Das Vorhaben sah vor, im Berliner Regierungsviertel nördlich der Spree ein weiteres Gebäude zu errichten. Das Grundstück liegt zwischen der Luisenstraße, den Gleisen der S-Bahn und dem Bahnhof Friedrichstraße. Doch inzwischen stellen Kritiker den Nutzen des gesamten Projekts infrage.
Julia Klöckner betont seit Langem die Notwendigkeit von Haushaltsdisziplin. Den Anbau bezeichnete sie als „nicht zwingend erforderlich“ und warnte vor den hohen Kosten. Nouripour schloss sich ihrer Position an und forderte eine Sondersitzung des Parlaments, um über die Zukunft des Bauvorhabens zu entscheiden.
Bei einem Stopp des Projekts könnte der Bundestag mindestens 600 Millionen Euro an direkten Baukosten einsparen. Davon unberührt bliebe jedoch der benachbarte Luisenblock-Ost-I-Komplex. Dort entstehen Büros für Abgeordnete sowie abhörsichere Sitzungsräume; die Fertigstellung ist für 2034 geplant.
Die Debatte um den Stopp von Luisenblock-Ost-II spiegelt eine grundsätzliche Skepsis gegenüber staatlichen Ausgaben wider. Die endgültige Entscheidung wird zeigen, ob die Mittel umgeschichtet oder für spätere Vorhaben zurückbehalten werden. Zudem wird sie die langfristige Entwicklung des Berliner Regierungsviertels prägen.






