SPD-Politikerin Nasr besucht Dresdner Apotheke vor geplanter Reform 2026
Johanna JägerSPD-Politikerin Nasr besucht Dresdner Apotheke vor geplanter Reform 2026
SPD-Abgeordnete Rasha Nasr besuchte kürzlich die Knut-Apotheke in Dresden, um sich ein Bild von den Herausforderungen zu machen, vor denen lokale Apotheken stehen. Der Besuch erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die geplante Apothekenreform (ApoVWG) in Deutschland 2026 konkreter wird – und damit Debatten über Finanzierung, Personalausstattung und erweiterte Aufgaben für Apothekerinnen und Apotheker auslöst. Nasr, die selbst keine fachliche Expertise in Gesundheitspolitik mitbringt, suchte vor den anstehenden parlamentarischen Beratungen zur Reform nach direkten Einblicken.
Während des Besuchs skizzierte Apothekeninhaber Michael Gäbe zentrale Bedenken zum geplanten Vergütungssystem. Er kritisierte, dass die vorgesehene pauschale Erhöhung der Rezeptgebühr auf 9,50 Euro pro Verordnung Apotheken mit hohem Umsatz unangemessen belasten würde. Gäbe warnte zudem, dass ohne faire Anpassungen der Gebühren die Qualität der Patientenversorgung leiden könnte.
Gäbe betonte die wichtige Rolle von Apotheken als erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen. Apothekerinnen und Apotheker bezeichnete er als unverzichtbare Lotsen, die gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten verhindern und andere medizinische Dienste entlasten. Eine Ausweitung der Aufgaben für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) berge jedoch Risiken für die Patientensicherheit, solange der Personalmangel nicht behoben sei, gab er zu bedenken.
Nasr hörte Gäbes Argumenten aufmerksam zu, insbesondere seinen Ausführungen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit und zur Verantwortung der Apotheker. Sie räumte ein, dass vor Ort ansässige Fachkräfte entscheidend seien, um den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Zum Abschluss versprach Nasr, die Anliegen der Apotheker nach Berlin zu tragen und in den Gesetzgebungsprozess einzubringen.
Der Besuch unterstrich die Spannungen in der deutschen Apothekenreform-Debatte. Gäbes Warnungen zu Finanzierung und Personal werden nun in Nasrs parlamentarische Diskussionen einfließen. Die Ergebnisse dieser Beratungen könnten maßgeblich prägen, wie Apotheken künftig arbeiten – und wie Patientinnen und Patienten Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten.