15 March 2026, 14:03

SPD in Baden-Württemberg erleidet historisches Wahldebakel – Stoch tritt zurück

Ein alter Umschlag mit einem roten Rand und einer Briefmarke, beschriftet mit 'Banquet Electoral des Democrats Socialists'.

SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzender Stoch kündigt Rücktritt an - SPD in Baden-Württemberg erleidet historisches Wahldebakel – Stoch tritt zurück

Andreas Stoch ist als Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg zurückgetreten, nachdem die Partei bei der Landtagswahl ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten erzielte. Der 56-jährige Jurist aus Heidenheim hatte die Sozialdemokraten bereits in zwei vorherigen Wahlkämpfen angeführt, doch diesmal brach die Wählerunterstützung im Vergleich zu 2021 fast um die Hälfte ein.

Der Stimmenanteil der SPD sank auf etwa 5,5 Prozent – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 11,0 Prozent bei der Landtagswahl 2021. Dieser Niedergang setzt einen langfristigen Trend fort, bei dem die Partei über Jahrzehnte an Zuspruch verlor, mit Ausnahme einer kurzen Erholung im Jahr 2001.

Stoch hatte zuvor von 2013 bis 2016 als Bildungsminister von Baden-Württemberg amtiert. Trotz seiner Erfahrung markiert die jüngste Wahl einen weiteren Rückschlag für die SPD in einem Bundesland, in dem sie einst deutlich stärker vertreten war.

Die Wahlbeteiligung lag 2021 bei 63,8 Prozent – niedriger als die 70,4 Prozent von 2016, aber immer noch höher als der Tiefstand von 53,4 Prozent im Jahr 2006. Der historische Höchstwert von 80,0 Prozent wurde 1972 erreicht, was die schwankende politische Mobilisierung über die Jahre zeigt.

Bisher wurde noch kein Nachfolger für Stoch als Landesvorsitzender benannt.

Die SPD steht nun vor der Herausforderung, in Baden-Württemberg wieder an Unterstützung zu gewinnen. Mit Stochs Rückzug muss die Partei nicht nur eine neue Führung finden, sondern auch den drastischen Verlust ihrer Wählerbasis bewältigen. Das Wahlergebnis stellt die Sozialdemokraten im Land auf ihren schwächsten Stand seit Jahren.

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