14 March 2026, 20:03

Skandal-Video belastet CDU-Grüne-Koalition nach knapper Landtagswahl in Baden-Württemberg

Eine Deutschlandkarte mit in rot und blau hervorgehobenen Bundesländern, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 zeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahltermins.

Palmer: "Kann mit der Seele der CDU empathisieren" - Skandal-Video belastet CDU-Grüne-Koalition nach knapper Landtagswahl in Baden-Württemberg

Ein umstrittenes Video hat den Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg überschattet, bei dem die Grünen knapp den Sieg davontrugen. Die Aufnahme mit dem CDU-Politiker Manuel Hagel löste nur wenige Tage vor der Wahl Vorwürfe einer gezielten Schmutzkampagne aus. Nun, da die Grünen die Regierung führen werden, mehren sich die Rufe nach einer Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien.

In dem besagten Video, das während einer Veranstaltung 2018 entstand, ist der damals 29-jährige Hagel zu sehen, wie er einer Schülerin komplimentiert, sie habe "rehbraune Augen". Kurz vor der Wahl veröffentlicht, verbreitete sich der Clip rasant in den sozialen Medien und löste Debatten über Sexismus aus – ein Thema, das die letzten Tage des Wahlkampfs dominierte.

Tobias Vogt, Generalsekretär der CDU, verurteilte die Grünen scharf und sprach von einer "schmutzigen Kampagne", mit der Wähler gezielt beeinflusst werden sollten. Die Partei warf ihren Konkurrenten vor, den Zeitpunkt der Veröffentlichung bewusst gewählt zu haben, um Hagels Ruf zu schädigen und das knappe Rennen zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Boris Palmer, ehemaliges Grünen-Mitglied, räumte zwar ein, dass die Verärgerung der CDU nachvollziehbar sei, wies jedoch die Vorstellung einer abgestimmten Diffamierungskampagne zurück. Er verwies auf die dezentrale Struktur der Grünen, in der Abgeordnete oft eigenständig handelten. Dennoch betonte Palmer, die Partei müsse nun beweisen, dass die Veröffentlichung des Videos keine kalkulierte Strategie war, um den Wahlsieg zu sichern.

Mit dem knappen Sieg der Grünen steht Cem Özdemir vor der Nachfolge von Winfried Kretschmann als Ministerpräsident. Palmer hält es für unverzichtbar, das Vertrauen der CDU zurückzugewinnen – nur eine Koalition beider Parteien könne dem Land eine stabile Regierung garantieren.

Das Wahlergebnis lässt Grünen und CDU kaum eine Alternative, als zusammenzuarbeiten. Palmers Appell an Transparenz und Kooperation kommt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Seiten unter Druck stehen, die Kontroverse hinter sich zu lassen. Ohne eine tragfähige Allianz droht Baden-Württemberg eine längere Phase politischer Unsicherheit.

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