26 April 2026, 20:04

Skandal um Salzburger Festspiele: Leiterin tritt nach Nazi-Vergleichen zurück

Plakat für die Gesellschaft der Kunst von Alphonse Mucha, das drei stilisierte Figuren in verschiedenen Farben auf einem hellgelben Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift zeigt.

Skandal um Salzburger Festspiele: Leiterin tritt nach Nazi-Vergleichen zurück

Salzburger Festspiele in neuer Kontroverse: Leiterin Karin Bergmann tritt ab – Musiker vergleichen Journalisten mit Nazis

Die Salzburger Festspiele stehen erneut in der Kritik, während ihre Direktorin, Karin Bergmann, ihren Rückzug vorbereitet. Musiker aus dem Ensemble des Dirigenten Teodor Currentzis haben mit Angriffen auf deutsche Politiker und dem Vergleich von Journalisten mit NS-Propagandisten für Empörung gesorgt. Bergmann, die nach den Fehltritten ihres Vorgängers die Leitung übernahm, verteidigt nun ihre Entscheidung, Currentzis in seiner Position zu belassen.

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Bergmann wurde nach den Pannen ihres Amtsvorgängers zur Festspielleiterin berufen. Ihre Amtszeit stand im Zeichen des Ausgleichs zwischen Tradition und Wandel, stets unter Berücksichtigung des Gründungsprinzips der Festspiele: Kunst muss kulturelles und moralisches Gewicht tragen.

Die jüngsten Spannungen entzündeten sich an provokanten Äußerungen von Mitgliedern von Currentzis' Ensemble MusicAeterna. Sie kritisierten die deutsche Politik und zogen Parallelen zwischen Medienvertretern und NS-Propagandisten. Trotz dieser Vorfälle hält Bergmann an Currentzis fest, der nach wie vor eine zentrale Rolle im Programm der Festspiele einnimmt.

Currentzis, der die russische Staatsbürgerschaft besitzt, gerät wegen seiner Verbindungen zu Unternehmen wie Gazprom und VTB – beide mit dem Ukraine-Krieg in Verbindung gebracht – zunehmend unter Druck. Die Sopranistin Anna Netrebko, obwohl russischer Herkunft, meidet seit Jahren Auftritte in Russland und bevorzugt europäische Bühnen.

Die Suche nach Bergmanns Nachfolgerin oder Nachfolger läuft bereits. Im September sind Anhörungen mit potenziellen Kandidaten geplant – der nächste Schritt in der Führungsfrage der Festspiele.

Bergmanns Amtszeit war geprägt vom Bemühen, die Vergangenheit der Festspiele mit ihrer Zukunft zu versöhnen. Ihre Verteidigung Currentzis' erfolgt angesichts wachsender Kritik an dessen politischen Verstrickungen. Die anstehenden Anhörungen werden entscheiden, wer die Geschicke der Festspiele künftig lenkt – und damit ihre Ausrichtung in den kommenden Jahren prägt.

Quelle