Sieben neue Traditionen werden deutsches Kulturerbe – von Fischerei bis Straßenfußball
Marie GüntherSieben neue Traditionen werden deutsches Kulturerbe – von Fischerei bis Straßenfußball
Deutschland hat sieben neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die jüngsten Auswahlentscheidungen wurden von der Kultusministerkonferenz, dem Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, und der Deutschen UNESCO-Kommission bekannt gegeben. Die neu aufgenommenen Bräuche reichen von regionalen Festen über handwerkliche Fertigkeiten bis hin zu alltäglichen Freizeitbeschäftigungen.
Zu den neu anerkannten Traditionen gehört die Ostseefischerei, die in den Küstenregionen Norddeutschlands tief verwurzelt ist. Auch die Laternenumzüge zum Martinstag im Rheinland, bekannt für ihre festlichen Lichterprozessionen, fanden Aufnahme in die Liste. Ebenfalls berücksichtigt wurde das Straßenfußballspielen auf dem Bolzplatz, ein beliebter städtischer Zeitvertreib.
Die Schaustellerkultur auf Volksfesten, mit ihrer langen Tradition der Unterhaltung, erhielt offizielle Anerkennung. Auch das handwerkliche Schneiderhandwerk für Herrenmode, eine über Generationen weitergegebene Fertigkeit, wurde neu aufgenommen. Nicht dabei ist jedoch die SPD-Sommerfest-Bratwurst, die die geforderten Kriterien nicht erfüllte.
Wolfram Weimer, der für die staatliche Anerkennung kultureller Güter zuständig ist, wendet strenge Maßstäbe auf alle Einreichungen an. Seine jüngste Entscheidung, ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen von der Förderliste des Berliner Hauptstadtkulturfonds zu streichen, unterstreicht seinen selektiven Ansatz.
Die aktualisierte Liste spiegelt nun eine Mischung aus regionalen Bräuchen, handwerklichen Berufen und gemeinschaftlichen Aktivitäten wider. Diese Neuzugänge ergänzen das wachsende Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland. Die Verantwortlichen betonten, dass nur Traditionen, die spezifische Kriterien erfüllen, diesen Status erhalten.






