Scharfe Kritik an Gesundheitsreform: Sozialverbände warnen vor sozialer Ungerechtigkeit und Altersarmut
Noah KrügerScharfe Kritik an Gesundheitsreform: Sozialverbände warnen vor sozialer Ungerechtigkeit und Altersarmut
Der Entwurf des Gesundheitsreformgesetzes der Bundesregierung steht diese Woche mittwoch auf der Tagesordnung der Kabinettssitzung. Die Pläne haben bereits scharfe Kritik von Sozialverbänden und Oppositionspolitikern ausgelöst. Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, verurteilte zentrale Elemente des Vorhabens als ungerecht und schädlich für sozial Schwache.
Bentele griff den Vorschlag von Gesundheitsministerin Nina Warken an, das Krankengeld zu kürzen, und argumentierte, dies treffe vor allem Geringverdiener und chronisch Kranke besonders hart. Auch die Pläne zur Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung lehnte sie ab und warnte, dass solche Änderungen die Kosten auf Familien abwälzten, die ohnehin schon am Limit seien.
Die VdK-Präsidentin bezeichnete die Rentenreformideen von Bundeskanzler Friedrich Merz als "zynisch und realitätsfremd". Angesichts der Tatsache, dass 38 Prozent der Beschäftigten keine privaten Altersvorsorge zurücklegen könnten, bestehe sie darauf, dass die gesetzliche Rente die Grundlage der Alterssicherung bleiben müsse. Eine Reduzierung auf ein reines Grundsicherungsniveau, so Bentele, würde das System abwerten und mehr Menschen in Altersarmut treiben.
Zudem forderte Bentele eine Erstattung der nicht gedeckten Gesundheitskosten für Sozialhilfeempfänger durch den Bund. Sie betonte, dass die Sanierung der gesetzlichen Krankenversicherung umfassendere Lösungen erfordere – etwa eine gerechtere Beitragsbeteiligung von Besserverdienern. Der Gesetzentwurf, der von einer Expertenkommission mitgestaltet wurde, enthält weiterhin mehrere umstrittene Maßnahmen.
Die geplanten Reformen stehen nun zur Prüfung im Kabinett an, doch der Widerstand der Sozialverbände bleibt massiv. Benteles Warnungen unterstreichen die Befürchtungen, dass die Änderungen das Armutsrisiko für Gering- und Mittelverdiener weiter erhöhen könnten. Die Debatte über Krankengeld, Renten und Gesundheitskosten wird voraussichtlich an Fahrt aufnehmen, während das Gesetzgebungsverfahren voranschreitet.






