Sachsens Apothekensterben verlangsamt sich – doch die Gefahr für die Versorgung bleibt
Johanna JägerSachsens Apothekensterben verlangsamt sich – doch die Gefahr für die Versorgung bleibt
Apotheken in Sachsen schließen weiter – Rückgang leicht gebremst, doch Trend bleibt besorgniserregend
Obwohl sich der Rückgang im vergangenen Jahr etwas verlangsamte, schließen Apotheken in Sachsen weiterhin in stetigem Tempo. 2023 stellten 13 Apotheken ihren Betrieb ein – nur halb so viele wie im Vorjahr. Dennoch warnen Branchenvertreter, dass die grundsätzliche Entwicklung die lokale Gesundheitsversorgung zunehmend gefährdet.
Noch im Jahr 2015 gab es in Sachsen rund 1.198 öffentliche Apotheken. Bis Ende 2025 war ihre Zahl auf etwa 1.100 gesunken. Der Rückgang verläuft gleichmäßig: Jährlich verschwinden durch Schließungen und Fusionen im Schnitt ein bis zwei Prozent der Apotheken.
Zwischen 2016 und 2020 verlor die Region 36 Apotheken, weitere 85 folgten in den Jahren 2021 bis 2025. Göran Donner, Präsident des Sächsischen Apothekerverbandes, sieht die Hauptursache für die Schließungen in den anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten der Betriebe.
Donner betont seit Langem, dass nur wirtschaftlich stabile Apotheken die zusätzlichen Aufgaben bewältigen können, die im aktuellen Entwurf des Apothekenreformgesetzes vorgesehen sind. Ohne diese Stabilität, so seine Argumentation, sei das System nicht in der Lage, erweiterte Dienstleistungen zu tragen. Gleichzeitig erschweren die fortlaufenden Schließungen eine flächendeckende Gesundheitsversorgung – besonders in den ländlichen Gebieten Sachsens.
Trotz des geringfügigen Rückgangs im vergangenen Jahr zeigt der Schwund der Apotheken keine Anzeichen für eine Trendwende. Sollte sich die Entwicklung ungebremst fortsetzen, könnte der Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten und Dienstleistungen weiter schrumpfen. Besonders betroffen wären dann die ländlichen Gemeinden.






