Revolution in der Graphitverarbeitung: Europa will Importabhängigkeit beenden
Noah KrügerRevolution in der Graphitverarbeitung: Europa will Importabhängigkeit beenden
Ein neues 1,7-Millionen-Euro-Projekt soll die Graphitverarbeitung in Europa revolutionieren. Die Initiative USE-G vereint Industrie- und akademische Partner, um ein saubereres und effizienteres Verfahren zur Herstellung von batterietauglichem Graphit zu entwickeln. Das Vorhaben wird hauptsächlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert und zielt darauf ab, die Abhängigkeit von Importen zu verringern sowie gefährlichen Abfall und den Energieverbrauch zu reduzieren.
Das Projekt ist auf mehrere Standorte in Deutschland verteilt, wobei jeder Partner sein spezifisches Fachwissen einbringt. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena leitet die Entwicklung eines Reinigungsverfahrens für Graphit auf Chlorbasis – ein Ansatz, der bisher weder bei natürlichem noch bei recyceltem Material erprobt wurde. Dr. Martin Oschatz, der die Forschung leitet, untersucht, wie Chlor Graphit bei hohen Temperaturen ohne den Einsatz herkömmlicher, oft schädlicher Chemikalien aufbereiten kann.
Die H.C. Starck Tungsten GmbH gewinnt Graphit aus der sogenannten "Black Mass", einem Abfallprodukt aus dem Batterierecycling. Gleichzeitig stellt Northern Graphite natürliches Graphit bereit und übernimmt das Mahlen, Formen sowie die Batterietests, um sicherzustellen, dass das Endprodukt den Branchenstandards entspricht. Auch die Rain Carbon Germany GmbH ist beteiligt und arbeitet an nachhaltigeren Kohlenstoffbeschichtungen für Graphitanoden.
Ziel ist es, natürliches und recyceltes Graphit zu einem einzigen Anodenmaterial zu vereinen – ein vollständig in Europa hergestelltes Produkt. Durch den Verzicht auf gefährliche Stoffe und den geringeren Energiebedarf wollen die Partner eine nachhaltigere Lieferkette für die Batterieproduktion etablieren.
Das USE-G-Projekt könnte Europa helfen, seine Abhängigkeit von Graphitimporten – insbesondere aus China, das derzeit den Weltmarkt dominiert – zu verringern. Angesichts des erwarteten starken Wachstums der Graphitbranche in den kommenden Jahren könnte diese Forschung eine sicherere und umweltfreundlichere Alternative für Batteriehersteller bieten. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet, während Europa seine Position im Bereich Energiespeicherung stärken will.






