ReguLab: Deutschlands neuer Sandkasten für datenschutzfreundliche Gesundheitsinnovationen
Tobias LangReguLab: Deutschlands neuer Sandkasten für datenschutzfreundliche Gesundheitsinnovationen
Deutschland startet ReguLab: Regulatorischen Sandkasten für Datenschutz-Innovationen
Deutschland hat das ReguLab ins Leben gerufen – einen regulatorischen Sandkasten, der Innovatoren dabei unterstützen soll, sich im komplexen Geflecht der Datenschutzgesetze zurechtzufinden. Die Initiative zielt darauf ab, technologischen Fortschritt mit strengen Privatsphäre-Vorgaben in Einklang zu bringen. Der erste Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen konzentriert sich auf die Früherkennung von Gesundheitsrisiken im Rahmen des deutschen Sozialrechts.
Vorgestellt wurde das ReguLab von Louisa Specht-Riemenschneider und Dr. Linda Bienemann auf dem HPI Digital Health Innovation Forum. Es bietet Entwicklern, die an datenschutzkonformen Projekten arbeiten, frühzeitige Orientierungshilfe. Dieser Ansatz entspricht den rechtlichen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG), die von Aufsichtsbehörden verlangen, Innovatoren aktiv zu unterstützen.
Die Auswahl der Projekte erfolgt über thematische Ausschreibungen. Teilnehmer erhalten am Ende einen vertraulichen Abschlussbericht, während eine öffentliche ReguLab-Studie später allgemeine Erkenntnisse zusammenfasst. Inspiriert ist das Modell vom Britischen Informationskommissar (ICO), der für seinen regulatorischen Sandkasten-Ansatz bekannt ist.
Deutschland bleibt eine der führenden Innovationsnationen: Allein 2024 wurden rund 25.000 Patentanmeldungen eingereicht – die höchste Zahl in Europa, wie das Europäische Patentamt berichtet. Dennoch klagen viele deutsche Unternehmen über bürokratische Hürden durch strenge Datenschutzbestimmungen, die Fortschritte bremsen. Gleichzeitig sorgen sich laut Umfragen weiterhin die meisten EU-Bürger um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten.
Das ReguLab richtet sich an Teams mit einem klaren Anwendungsfall, aber ungelösten Datenschutzfragen. Es ergänzt andere Initiativen wie das KI-Reallabor von Tobias Keber in Baden-Württemberg oder das geplante nationale KI-Labor im Rahmen des EU-KI-Gesetzes.
Der erste Aufruf des ReguLab widmet sich der Gesundheitsrisiko-Erkennung nach §25b SGB V. Erfolgreiche Bewerber erhalten maßgeschneiderte Beratung und tragen gleichzeitig zu übergeordneten regulatorischen Erkenntnissen bei. Ziel der Initiative ist es, die Spannungen zwischen Innovation und Datenschutzkonformität in Deutschland zu entschärfen.






