Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr
Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimagruppen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorgesehene Anlage soll auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue errichtet werden. Kritiker argumentieren, dass das Vorhaben im Widerspruch zum Ziel der Stadt steht, bis 2035 klimaneutral zu werden.
Bereits zehn offizielle Einsprüche gegen das Projekt wurden beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht. Zu den Bedenken gehört auch die Entscheidung, auf eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung zu verzichten – die letzte Untersuchung datiert aus dem Jahr 2005.
Das Bündnis verweist auf Batteriespeicher als eine bewährte und deutlich günstigere Alternative. Die Produktionskosten für Batterieeinheiten sind stark gesunken: von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde vor 15 Jahren auf nur noch 90 Euro heute. Greenpeace Mainz-Wiesbaden warnte, das Gaskraftwerk könnte die Klimabemühungen der Stadt ausbremsen.
KMW hat angedeutet, die Anlage könnte langfristig auf Wasserstoff umgestellt werden, doch Aktivisten bleiben skeptisch. Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte die Investition von 44 Millionen Euro als langfristige Bindung an eine „veraltete Gastechnologie“. Michael Lengersdorff, Sprecher von MainzZero, hinterfragte, wie das Unternehmen das Projekt mit den Klimazielen vereinbaren wolle.
Die Gruppen bestehen darauf, dass die Stadt stattdessen erneuerbare Energien vorantreiben sollte, anstatt die fossile Infrastruktur auszubauen. Die Einsprüche liegen nun bei der Aufsichtsbehörde, die entscheiden wird, ob das Projekt weiterverfolgt wird. Bei einer Genehmigung würde das Kraftwerk die Stadt für Jahre an gasbetriebene Energie binden – trotz der Klimaverpflichtungen von Mainz. Die Debatte spiegelt die größeren Spannungen wider, die bei der Abwägung zwischen Energiebedarf und Umweltschutz bestehen.






