Protest der Apotheken in Baden-Württemberg: Warum viele jetzt leer ausgehen
Johanna JägerProtest der Apotheken in Baden-Württemberg: Warum viele jetzt leer ausgehen
Apotheken in Baden-Württemberg sollten sich am bundesweiten Protest am 23. März beteiligen – und ihre Türen schließen. Doch ein Verbot des Sozialministeriums zwang viele dazu, ihre Pläne zu stornieren. Der Streit hat bei Apothekenmitarbeitern und Besitzern Frust über Regierung und eigene Standesvertretungen ausgelöst.
Die Landesapothekerkammer (LAK) erhielt vom Ministerium ein formelles Verbot, das die geplanten Schließungen untersagte. Daraufhin zog der Landesapothekerverband (LAV) seine Unterstützung für die Aktion zurück – eine Kehrtwende, die in der Branche auf scharfe Kritik stieß. Ariel Wagner, Pharmazeutisch-technische Assistentin, bezeichnete das Eingreifen des Ministeriums als "direkten Angriff auf die Protestbereitschaft".
Apothekeninhaber Daniel Hölzle warf der LAK und dem LAV vor, die Haltung des Ministeriums nicht mit einer unabhängigen rechtlichen Prüfung anzufechten. Seine eigenen Apotheken werden sich nur teilweise beteiligen: Die Tiergarten-Apotheke in Konstanz bleibt am 23. März geschlossen, während die Kaufland-Apotheke in Singen nur eingeschränkt öffnet. Statt an Demonstrationen teilzunehmen, will Hölzle sich an lokale Medien wenden – auch in seiner Rolle als Konstanzer Stadtrat.
Wagner fragte sich, warum Baden-Württemberg sich von der einheitlichen Linie der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) abgewandt habe, die zu bundesweiter Solidarität aufgerufen hatte. Eine offizielle Stellungnahme der ABDA zum Rückzug liegt bisher nicht vor.
Durch das Verbot des Ministeriums ist der Protest in Baden-Württemberg ins Stocken geraten – die Apotheken sind gespalten. Einige, wie die von Hölzle, schließen trotzdem oder reduzieren ihr Angebot, andere haben die Aktion ganz aufgegeben. Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen Landesbehörden, Apothekenverbänden und den Beschäftigten vor Ort.






