Polizeiskandal im Emsland: Beamter belästigt Frau – Chefin soll Justiz behindert haben
Tobias LangPolizeiskandal im Emsland: Beamter belästigt Frau – Chefin soll Justiz behindert haben
Ein 37-jähriger Polizeibeamter des Polizeikommissariats Emsland/Grafschaft Bentheim steht unter Verdacht der sexuellen Belästigung bei einer privaten Veranstaltung. Der Vorfall ereignete sich während eines Boßeln-Treffens in Baccum und hat eine umfassendere Untersuchung zum Verhalten von Führungskräften ausgelöst. Mittlerweile ist auch Polizeidirektorin Nicola Simon in den Fall verwickelt – ihr wird vorgeworfen, im Amt die Justiz behindert zu haben.
Der Beamte war nach der angeblichen Belästigung von der Boßeln-Veranstaltung entfernt worden. Berichten zufolge feierte er jedoch weiter – mit Rückendeckung von Nicola Simon, die seit Anfang 2019 Leiterin des Kommissariats ist. Ermittler werfen ihr vor, eingegriffen zu haben, um seine Rückkehr zu ermöglichen, was Fragen zu ihrem Krisenmanagement aufwirft.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück prüft nun sowohl das Verhalten des Beamten als auch Simons Rolle. Sie wurde vorläufig vom Dienst suspendiert, während disziplinarrechtliche Schritte eingeleitet werden. Zu den Ermittlungen gehören Zeugenbefragungen, um zu klären, ob Simon den Beamten durch ihr Eingreifen vor unmittelbaren Konsequenzen bewahrt und damit die Justiz behindert hat.
Das Polizeikommissariat Emsland/Grafschaft Bentheim lehnte eine Stellungnahme ab und verwies alle Anfragen an die Polizeidirektion Osnabrück. Sollte der Beamte schuldig gesprochen werden, drohen ihm Geldstrafen oder bis zu zwei Jahre Haft. Simon hingegen riskiert bei einer Verurteilung wegen Strafvereitelung im Amt schwere Sanktionen, darunter Freiheitsstrafen und finanzielle Auflagen.
Der Fall hat bereits formelle Disziplinarmaßnahmen gegen Simon sowie ein laufendes Strafverfahren zur Folge. Die Behörden werten nun die Beweise aus, um zu entscheiden, ob Anklage gegen eine der beiden Personen erhoben wird. Das Ergebnis könnte weitreichende Konsequenzen haben – sowohl für die Karriere des Beamten als auch für Simons Führungsposition.






