Pharmazie-Fonds wächst kräftig – doch Reform droht Apothekenleistungen zu verändern
Marie GüntherPharmazie-Fonds wächst kräftig – doch Reform droht Apothekenleistungen zu verändern
Der Pharmazie-Dienstleistungsfonds (pDL) verzeichnet im dritten Quartal ein kräftiges Wachstum – trotz gestiegener Abrechnungen. Über 8.700 Apotheken reichten Abrechnungen ein, während das verbleibende Fondsvermögen nun bei 537 Millionen Euro liegt. Auch mehrere zentrale Gesundheitsleistungen verzeichneten in diesem Zeitraum eine deutlich höhere Inanspruchnahme durch Patientinnen und Patienten.
Der Fonds erhielt fast 35 Millionen Euro an Beiträgen, wobei lediglich 1.000 Euro für Verwaltungskosten abgezogen wurden. Damit standen über 548 Millionen Euro für Auszahlungen zur Verfügung – die Einnahmen überstiegen die Ausgaben weiterhin deutlich.
Apotheken erbrachten mehr Leistungen als je zuvor: Die standardisierte Risikobewertung bei Bluthochdruck wurde 44.527-mal durchgeführt – ein Anstieg von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und 13 Prozent mehr als im vorherigen Quartal. Gleichzeitig erhielten 78.949 Patientinnen und Patienten, die fünf oder mehr Medikamente einnehmen, eine vertiefte Polypharmazie-Beratung – ein Plus von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 21 Prozent mehr als im zweiten Quartal.
Die Anleitung zur korrekten Inhalatornutzung wurde 91.274 Patientinnen und Patienten angeboten, was einem Zuwachs von 18 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Allerdings ging diese Zahl im Vergleich zum zweiten Quartal um 16 Prozent zurück. Der Not- und Nachtdienstfonds der Apotheken (NNF) schüttete zudem 11,3 Millionen Euro aus – ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 55 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2022.
Für die Zukunft plant das Bundesgesundheitsministerium (BMG), den bisherigen 20-Cent-Zuschlag pro Packung, der bisher in den pDL fließt, stattdessen für Notapotheken-Dienstleistungen zu verwenden. Noch ist unklar, wie sich diese Umwidmung auf die Inhalationsschulungen und die Polypharmazie-Beratung im Rahmen der Reformmaßnahmen auswirken wird.
Der pDL bleibt finanziell stabil und verfügt nach den Auszahlungen noch über ein Vermögen von 537 Millionen Euro. Die Nachfrage nach zentralen Apothekenleistungen – insbesondere nach Blutdruckchecks und Polypharmazie-Unterstützung – ist stark gestiegen. Die geplante Umverteilung der Mittel zugunsten der Notdienste wird eine grundlegende Veränderung darin bedeuten, wie die Beiträge künftig eingesetzt werden.






