Pflegekosten: CDU will erwachsene Kinder stärker zur Kasse bitten
Erwachsene Kinder könnten bald höhere finanzielle Verantwortung für die Pflegekosten ihrer Eltern tragen müssen. Albert Stegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat Reformvorschläge vorgelegt, um die Belastung des Systems zu verringern. Ohne Änderungen könnten die Beitragssätze bis 2030 deutlich steigen – vor allem für Kinderlose.
Stegemann kritisiert, dass das aktuelle System es Familien ermöglicht, sich durch frühzeitige Vermögensübertragungen vor den Kosten zu drücken. Viele Eltern verlagern ihr Vermögen innerhalb der zehnjährigen Frist, um es vor Pflegekosten zu schützen. Er spricht von einem „Erbschutzmodell auf Steuerzahlerkosten“.
Um dem entgegenzuwirken, will er die Einkommensgrenze für die Heranziehung von Kindern senken. Bisher zahlen erwachsene Kinder nur, wenn sie mehr als 100.000 Euro jährlich verdienen. Die geplante Anpassung würde mehr Menschen in die Pflicht nehmen.
Ohne politische Maßnahmen könnten die Pflegebeiträge bis 2030 von 3,6 auf 4,6 Prozent steigen. Bei Kinderlosen könnte der Satz sogar auf bis zu 5,5 Prozent klettern. Stegemanns Plan zielt darauf ab, solche starken Anstiege durch eine Umverteilung der finanziellen Last zu verhindern.
Die Reform würde die Verantwortung stärker auf erwachsene Kinder – insbesondere Besserverdiener – verlagern. Falls umgesetzt, könnten die Änderungen die Notwendigkeit drastischer Beitragserhöhungen verringern. Angesichts steigender Kosten wird die Debatte über die Finanzierung der Pflege jedoch weitergehen.






