Ökonom Edenhofer warnt: Treibstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise nur
Tobias LangÖkonom Edenhofer warnt: Treibstoffsubventionen verschärfen die Energiekrise nur
Ein führender Wirtschaftswissenschaftler hat die jüngsten Treibstoffsubventionen als falsche Antwort auf die steigenden Energiepreise kritisiert. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), warnte, dass solche Maßnahmen das Problem nur verschärfen würden, indem sie die Preise weiter in die Höhe treiben.
Edenhofer argumentierte, dass Subventionen für Kraftstoffe vor allem ausländischen Exporteuren und nicht den Verbrauchern zugutekämen. Er betonte, dass eine durch Rabatte gesteigerte Nachfrage die globalen Preise zusätzlich anheizen würde. Stattdessen forderte er Politiken, die mittelfristig die Abhängigkeit Europas von importiertem Öl und Gas verringern.
Der Ökonom verwies auf historische Beispiele und erinnerte daran, dass Regierungen in den 1970er-Jahren Ölkrise nicht mit Preissenkungen, sondern durch Energiesparmaßnahmen bewältigten. Nachfrageverringerung bezeichnete er als sowohl klimapolitische Strategie als auch geopolitische Notwendigkeit. Edenhofer zufolge hätten Politiker deutlich machen müssen, dass der Schlüssel zur langfristigen Energiesicherheit im Rückgang des Öl- und Gasverbrauchs liegt.
Für Haushalte, die mit den steigenden Kosten zu kämpfen haben, schlug er direkte Einkommenshilfen als gerechtere Alternative vor. Dieser Ansatz würde benachteiligte Gruppen entlasten, ohne künstlich die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen anzukurbeln.
Edenhofers Warnungen unterstreichen die Risiken kurzfristiger Lösungen wie Treibstoffrabatte. Durch eine Drosselung der Nachfrage könnte Europa stattdessen Hebel in der Hand haben, um die globalen Preise zu stabilisieren. Seine Empfehlungen zielen auf Energiesicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaziele ab – ohne sich auf marktverzerrende Subventionen zu stützen.






