07 May 2026, 06:04

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittlungen werden massiv ausgebaut

Ein Mann im Anzug und Krawatte lächelt in die Kamera mit einem unscharfen Hintergrund, neben Text, der besagt, "Teil des starken Städtenetzwerks zu sein bedeutet, dass ich Zugang zu Wissen und Werkzeugen habe, um gewalttätigen Extremismus infrage zu stellen."

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittlungen werden massiv ausgebaut

Nordrhein-Westfalens Polizei baut ihre Online-Ermittlungen mit großem OSINT-Ausbau aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Ermittlungskapazitäten mit einer umfassenden Offensive im Bereich Open Source Intelligence (OSINT). Das Vorhaben umfasst neue Schulungsprogramme, erweiterte Teams und eine abgestimmte Vorgehensweise über alle regionalen Einheiten hinweg. Die Behörden wollen öffentlich zugängliche digitale Daten künftig effizienter als je zuvor sammeln und auswerten.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Fähigkeiten deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute die Abteilung 22.2 unter der Leitung des 42-jährigen Fabian Coenen. Seine Einheit, zuständig für OSINT bei politisch motivierter Kriminalität, zählt mittlerweile 16 Spezialisten – von IT-Experten über Soziologen bis hin zu Politikwissenschaftlern.

Seit Herbst 2025 arbeitet die 28-jährige Polizistin Laura Ellrich in Coenens Team und konzentriert sich auf die digitale Informationsbeschaffung. Parallel dazu hat das im September 2024 gestartete Projekt «Digitale Streife» zehn neue Beamte für das LKA gebracht und fast 100 weitere in sechs regionalen Polizeibehörden eingebunden.

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Ausbildung als zentraler Baustein Eine Schlüsselrolle in der Expansion spielt die Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Dort schult der 37-jährige Regierungsmitarbeiter Marc Restemeyer neue LKA-Mitarbeiter sowie Beamte der lokalen «Digitalen Streife»-Einheiten. Die Kurse vermitteln Ermittlern, wie sie wertvolle Erkenntnisse aus offenen Quellen wie sozialen Medien gewinnen.

Sämtliche sechs regionalen Polizeibehörden haben unter dem Dach «Digitale Streife» eigene Kriminalermittlungsteams aufgebaut. Allein die Kölner Einheit verfügt über 18 feste Stellen. Leitprinzip dieser Teams ist «Schwarmintelligenz» – ein Ansatz, der es Ermittlern ermöglicht, ihre Kräfte zu bündeln und so größere Wirkung zu erzielen.

Ein Paradigmenwechsel in der digitalen Beweissicherung Die OSINT-Offensive markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Spuren sichert und nutzt. Mit größeren Teams, spezialisierter Ausbildung und einem vernetzten Vorgehen sind die Behörden besser gerüstet, um kriminelle Online-Aktivitäten zu verfolgen. Der Ausbau spiegelt die wachsende Bedeutung öffentlich zugänglicher Daten als zentrales Werkzeug der modernen Strafverfolgung wider.

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