Nordkurier stellt auf Abendzustellung um – Printzeitungen kommen später, aber häufiger
Tobias LangNordkurier stellt auf Abendzustellung um – Printzeitungen kommen später, aber häufiger
Die Nordkurier Mediengruppe stellt die Zustellung ihrer Printzeitungen um. Künftig werden Titel wie der Nordkurier und die Schweriner Volkszeitung abends statt morgens ausgeliefert. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund steigender Kosten und rückläufiger Verkaufszahlen, die die frühmorgendliche Zustellung unwirtschaftlich machen.
Die Gruppe, zu der auch die Schwäbische Zeitung und der Zollern-Alb-Kurier gehören, führt die Abendzustellung ein, um Kosten zu sparen. Die morgendliche Auslieferung war durch höhere Mindestlöhne und eine schrumpfende Leserschaft zu teuer geworden. Statt wie bisher sechs Ausgaben pro Woche erhalten Abonnenten künftig sieben – von Dienstag bis Sonntag –, während die digitale Ausgabe weiterhin täglich verfügbar bleibt.
Um die Umstellung zu unterstützen, baut das Unternehmen ein eigenes Logistiknetz auf. Die Zeitungen werden gemeinsam mit anderen Produkten ausgeliefert, was die Effizienz steigert. Erste Pilotprojekte in ausgewählten Regionen haben bereits vielversprechende Ergebnisse gezeigt.
Der Logistikdienstleister Hermes nutzt den neuen Service der Gruppe bereits. Die vollständige Umsetzung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Verlage, die keine ähnlichen Maßnahmen ergreifen, könnten langfristig in ihren Regionen nur noch digitale Ausgaben oder Abendzeitungen anbieten.
Mit dem Wechsel zur Abendzustellung will die Mediengruppe die Zukunft der Printzeitungen unter finanziellem Druck sichern. Die Abonnenten erhalten zwar mehr Ausgaben pro Woche, doch die gedruckte Version erscheint künftig nicht mehr montags. Die logistische Neuausrichtung des Unternehmens könnte für andere Regionalverlage, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, zum Vorbild werden.






