Müller fordert schwarz-blaue Koalition in Baden-Württemberg nach Landtagswahl
Noah KrügerMüller-Chef ermutigt die CDU zu einer Koalition mit der AfD - Müller fordert schwarz-blaue Koalition in Baden-Württemberg nach Landtagswahl
Theo Müller, Gründer des Müller-Milchimperiums, hat sich öffentlich zur politischen Lage in Baden-Württemberg geäußert – kurz vor den anstehenden Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung. Seine Äußerungen folgen auf die Landtagswahl, die deutliche Verschiebungen im Parteienspektrum brachte: Während die Grünen an Unterstützung verloren, konnten CDU und AfD deutliche Zugewinne verzeichnen.
Bei der Wahl blieben die Grünen zwar stärkste Kraft, fielen jedoch von 32,6 auf 30,2 Prozent der Stimmen. Die CDU legte dagegen von 24,1 auf 29,7 Prozent zu. Die SPD erlebte einen dramatischen Einbruch und kam nur noch auf 5,5 Prozent – ihr schlechtestes Ergebnis im Land. Die AfD verdoppelte nahezu ihre Unterstützung und stieg von 9,7 auf 18,8 Prozent.
Trotz dieser Verschiebungen verfügt die bisherige grün-schwarze Koalition weiterhin über eine knappe Mehrheit. Eine mögliche Ampelkoalition aus Grünen und SPD verfehlte die absolute Mehrheit um nur einen Sitz: Statt der benötigten 78 Mandate kamen sie auf 77.
Müller, eine einflussreiche Unternehmerpersönlichkeit, kritisierte die Idee, dass die CDU in einer Koalition unter Cem Özdemir, dem Grünen-Co-Vorsitzenden, eine untergeordnete Rolle einnehmen solle. Stattdessen schlug er ein Bündnis aus CDU und AfD vor – eine "schwarz-blaue" Koalition, wie er es nannte. Seine Aussagen folgen auf frühere Treffen mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel, die er als "Freundin" bezeichnet hatte.
Zudem lobte er Markus Frohnmaier, den Spitzenkandidaten der AfD in Baden-Württemberg, und unterstrich damit seine Unterstützung für eine Regierungsbeteiligung der Partei.
Die Wahlergebnisse haben die politische Landschaft Baden-Württembergs neu geordnet: Trotz verschobener Machtverhältnisse halten Grünen und CDU an ihrer Koalition fest. Müllers Stellungnahme erhöht den Druck auf die CDU, alternative Partnerschaften in Betracht zu ziehen – darunter auch ein mögliches Bündnis mit der AfD. Die endgültige Entscheidung über die Regierungsbildung wird die politische Ausrichtung des Landes in den kommenden Jahren prägen.